Erstellt am 02. Juni 2016, 06:05

von Christoph Hornstein

Firma auf, Firma zu. Dreist: Sechs Monate nach Auftragserteilung sind die Arbeiten des "Installateurprofi" noch immer nicht fertig. Geschäft in Klosterneuburg ist zu. Dafür wurde eines in Schwechat eröffnet.

So schaut das Badezimmer der Klosterneuburger Kundschaft der »Installateurprofis« heute noch aus.  |  NOEN, Hornstein

„In ein paar Tagen bekommen wir neue Mitarbeiter. Danach werden wir alle Arbeiten fertigstellen.“ Diese Auskunft gab die Chefin der Firma „Installateurprofi“ Anfang März dieses Jahres auf NÖN Anfrage.

Eine Klosterneuburgerin zahlte mehr als die Hälfte ihres neuen Bades, die Arbeiten wurden aber nicht fertiggestellt. Bis heute nicht.

„Um 15.000 Euro sind wir umgefallen“, so eine Klosterneuburger Kundin der Firma „Installateurprofi“. Sie wandte sich im März 2016 verzweifelt an die NÖN, ahnend, dass sich ihre Ersparnisse, mit der sie sich ein neues Bad leisten wollte, für immer weg sind.

"Wir haben das Geld abgeschrieben“

Auf Recherche der NÖN versprach die Firma alles fertigzustellen. Ein Engpass bei den Mitarbeitern wäre der Grund für die dreimonatige Verzögerung gewesen. Heute, mittlerweile sechs Monate später, hat sich noch immer nichts getan.

„Die haben sich nie wieder gerührt und haben auch nie wieder gearbeitet. Wir haben das Geld abgeschrieben“, so die Klosterneuburgerin, die bei der Polizei eine Anzeige gemacht und eine Klage eingebracht hat. Und weiter: „Ich verstehe nur nicht, warum so eine Firma wieder eine Filiale in Schwechat aufmachen kann?“

Klosterneuburg ist zu, Schwechat eröffnet

Und tatsächlich: Neben einer Filiale in Baden, hat nun der „Installationsprofi“ in den letzten Tagen auch eine in Schwechat eröffnet. In der Filiale in Klosterneuburg ist freilich niemand mehr anzutreffen, nur ein Zettel, wie man jemanden der Firma erreichen könnte.

Die NÖN machte den Versuch. Es meldete sich ein Mitarbeiter. Warum die Arbeiten nicht fertiggestellt werden, wollte die NÖN wissen. „Der Kunde wollte nicht mehr mit uns zusammenarbeiten“, so die Antwort, mit der Feststellung, dass der Mitarbeiter nicht befugt sei, der NÖN Auskunft zu geben.

"Die Nummer gebe ich Ihnen nicht“

Auf die Bitte, mit der Chefin Alexandra Milicevic sprechen zu dürfen, antwortete der Mitarbeiter: „Die Nummer gebe ich Ihnen nicht.“

„Wir können da gar nichts machen“, so der Obmann der Klosterneuburger Wirtschaftskammer Walter Platteter, der die Schließung des Geschäfts im Klosterneuburger Gewerbepark bestätigte.

Die WK Klosterneuburg hätte aber schon die Installateurinnung informiert. „Die könnte die Gewerbeberechtigung entziehen und bei der Bezirkshauptmannschaft eine Anzeige machen“, so Platteter.