Erstellt am 11. November 2015, 05:13

von Martin Gruber-Dorninger

Flämmarbeiten als mögliche Ursache. Über 40 Feuerwehrleute im Einsatz, Wohnung stark beschädigt. Grobe Fahrlässigkeit ist aber auszuschließen.

Nach dem „Brand aus“ untersuchte die Polizei die Ursache für das Feuer und fand Brandverlaufsspuren an einem Balkon.  |  NOEN, Picasa

Donnerstag frühmorgens läuten zunächst bei der Freiwilligen Feuerwehr Klosterneuburg die Alarmglocken. Eine Anrainerin hatte ein Feuer am Dach eines Mehrparteienhauses in der Mühlengasse entdeckt und sofort die Feuerwehr verständigt.

Unverzüglich wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehren Kierling und Weidling zur Unterstützung angefordert. Aus einiger Entfernung war der Brand für die Feuerwehrleute bereits mit freiem Auge ersichtlich. Am Haus werden derzeit Sanierungsarbeiten durchgeführt, das Gebäude war daher vollkommen eingerüstet. Unverzüglich wurde mit der Brandbekämpfung begonnen, und das gleich auf zwei Fronten: Per Teleskopmastbühne und unter Atemschutz wurde eine Löschleitung über den Dachboden sowie eine Löschleitung über das vorhandene Baugerüst vorgenommen.

Gleichzeitig wurde versucht, die Bewohner des Hauses aus dem Schlaf zu reißen und in Sicherheit zu bringen. Lediglich eine Familie konnte evakuiert werden.

Feuerwehr bringt Brand rasch unter Kontrolle

Die Löschangriffe zeigten sofort Erfolg und konnten dem Brand den Garaus machen. Lediglich bei den Glutnestern musste noch nachgelöscht werden. Eine Wohnung wurde durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Hier waren die Mieter allerdings nicht zu Hause.

Um 7.15 Uhr konnte vom Einsatzleiter „Brand aus“ gegeben werden. Insgesamt standen 45 Mann im Einsatz.

Die Polizei fand sich ebenfalls am Unglücksort ein und begann sofort mit den Ermittlungen bezüglich der Brandursache.

Aufgrund der Brandverlaufsspuren konnte der Entstehungsbereich auf eine Ecke eines Balkons festgelegt werden. Dort war die Seitenwand aus Schalungsholz gefertigt und zeigte eindeutige Brandspuren auf. Das Feuer dürfte sich anschließend über die Lattung des Daches in den darüber liegenden Spitzboden seinen Weg gebahnt haben. Eine technische Zündquelle war in diesem Bereich jedoch nicht festgestellt worden. Die Polizei vermutet daher als Brandursache Flämmarbeiten, die am Vortag in den Nachmittagsstunden durchgeführt wurden. Teerpappe wurde an dieser Stelle geflämmt.

Ein kleiner Glimmbrand dürfte sich hier entwickelt und zu dem Dachstuhlbrand geführt haben. Der Baufirma ist also keine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen. Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg ist dennoch die Folge.