Erstellt am 02. März 2016, 05:24

von Christoph Hornstein

Fünf Monate für ein Bad: Ärger über „Installateurprofi“. Das gesamte Ersparte wollte eine Klosterneuburger Familie in ein neues Bad stecken.

Das hat eine Familie aus der Schömergasse bestellt und 15 Jahre lang gespart. Nach fünf Monaten schaut das Bad so aus. Badewanne, Spiegel, Handtuchheizung und Waschtisch mit Unterkasten kamen einfach nicht.  |  NOEN, zVg/Hornstein

Lange sparen und dann sich den Traum der Träume erfüllen! Nach diesem Rezept lebt eine Klosterneuburgerin, die in der Schömergasse ein schmuckes Haus bewohnt. Ihr Traum war ein neues Badezimmer. Kein Gewöhnliches, sondern vom Designer geplant. 

Das Geld hatte sie im Oktober des Vorjahres beisammen, jetzt ging es darum, den Traum umzusetzen. Sie wollte dafür nur einen Profi: „Installateurprofi“ heißt der Betrieb. Nun, fast fünf Monate später, hat sie noch immer kein einziges Bademöbel geliefert bekommen, mehr als die Hälfte des Auftrages aber schon bezahlt. „Ich wende mich an die Zeitung, denn ich habe Angst, dass andere auch durch diese Firma geschädigt werden“, so die Klosterneuburgerin, die ihren Namen in der Zeitung nicht kundtun will.

15 Jahre hat die Klosterneuburgerin gespart, denn ihr Traumbad kostet nicht wenig Geld. 24.500 Euro war die Klosterneuburgerin bereit dafür auszugeben. Den Zuschlag bekam die Firma „Installateurprofis“ in der Leopoldstraße 22, nicht ohne eine satte Anzahlung von 15.500 Euro zu fordern. Weit mehr als die Hälfte. „Ich weiß, wir hätten nicht so viel Anzahlung leisten sollen, jetzt haben wir echte Angst um unser Geld“, so die Klosterneuburgerin.

„Jede Woche eine andere Ausrede"

Am 3. November 2014 wurde der erste Arbeiter an der Baustelle gesichtet. Es wurden Fliesen und Leitungen verlegt. Von den bestellten Designermöbeln ist aber bis heute nichts zu sehen. Badewanne, Spiegel, Handtuchheizung und Waschtisch mit Unterkasten kamen einfach nicht. „Ich habe unzählige Male urgiert, aber die kamen immer wieder mit neuen Versprechungen und Ausreden. Sie können nichts tun, weil der Lieferant nicht liefere, dann wieder sollte alles schon am nächsten Tag fertig sein. Geschehen ist nichts. Am Dienstag der Vorwoche kam dann jemand vorbei mit einer Duschbrause in der Hand und hat sie montiert. Leider ein falsches Modell“, ist die Klosterneuburgerin verzweifelt. Schon am 28. Jänner wandte sich die Familie an den „Verein für Konsumenteninformation“ (VKI). Aber auch der Konsumentenverein konnte nichts ausrichten.

„Jetzt bleibt uns nur mehr die Möglichkeit, andere vor der Firma zu warnen. Wir haben unser Geld schon abgeschrieben. Die Firma kracht hinten und vorne“, macht sich bei der Familie schon Resignation breit.

In acht Tagen neun Arbeiter

„Keine Rede davon, wir versprechen, dass alles fertiggestellt wird“, versichert die Chefin der Einzelfirma „Installateurprofi“ Alexandra Milicevic, „es wird alles so gemacht, wie es besprochen wurde.“ Die Verzögerung sei deshalb aufgetreten, weil es Weihnachtsferien und Betriebsferien gegeben hätte, aber vor allem, weil drei Mitarbeiter durch Krankheit und Entlassung fehlen würden. Das habe die Firma in eine schwierige Lage gebracht. Ein Fertigstellungstermin wurde laut Milicevic allerdings nie vereinbart.

„Die Kundschaft ist zu hundert Prozent im Recht“, beteuert die Firmenchefin. Warum die Firma eine doch ungewöhnlich hohe Anzahlung eingefordert hätte? „Mit einer hohen Baranzahlung können auch wir unsere Lieferanten bar bezahlen und bekommen daher Skonti. Diese Preisvorteile können wir dann eins zu eins an unsere Kunden weitergeben, was auch geschehen ist“, so die Begründung von Milicevic.

„In ein paar Tagen bekommen wir neue Arbeiter. Danach werden wir alle Arbeiten fertigstellen.“
Alexandra Milicevic, Firmenchefin der „Installateurprofis“

Die Firma „Installateurprofi“ verspricht das Bad so schnell wie möglich fertigzustellen. Milicevic: „In ein paar Tagen bekommen wir endlich neue Arbeiter. Danach werden wir alle Arbeiten innerhalb von 14 Tagen zur vollsten Zufriedenheit und so wie vertraglich vereinbart bewerkstelligen können.“ Die Familie aus der Schömergasse solle sich um ihr Geld keine Sorgen machen.