Klosterneuburg

Erstellt am 05. April 2017, 04:01

von Christoph Hornstein

Naturidylle doch gerettet. Groß war der Aufschrei der Anrainer am Tutzsteig gegen einen geplanten Wohnbau im innen liegenden Garten. Ein Nachbar legte in letzter Minute Kaufsumme hin.

Aufatmen bei den Anrainer: Der Garten am Tutzsteig – ein Naturjuwel mitten im Zentrum – ist gerettet. Ein beherzter Nachbar legte die verlangte Kaufsumme auf den Tisch. Nun ist diese Naturidylle gerettet worden. Der Retter will aber in der Öffentlichkeit namentlich nicht genannte werden.  |  NOEN, Hornstein

Obwohl die Anrainer dagegen Sturm liefen, konnten sie es nicht verhindern: Ein rechtsgültiger Baubescheid drohte dem idyllischen Garten am Tutzsteig 3a ein Ende zu setzen. Das Naturjuwel hinter der historischen Klosterneuburger Stadtmauer sollte durch ein Wohnhaus ersetzt werden. Dann kam es doch anders. Ein Anrainer aus der Heisslergasse griff entschlossen ein und kaufte den gesamten Baugrund.

„Der Grundstückseigentümer wollte nie, dass da gebaut wird“, erzählten im September 2016 die Anrainer. Nach dem Ableben des Eigentümers kam es aber anders. Der neue Eigentümer wollte einen Wohnblock mit vier Luxuswohnungen bauen, dort, wo ursprünglich Grün-Erholungsraum für die umliegenden Anrainer geplant war.

Die Einwände der Anrainer waren mannigfaltig: Das etwa 500 Quadratmeter große Grundstück grenzt direkt an die historische Stadtmauer, das Bundesdenkmalamt berichtete von Scherben aus der Römerzeit, die Anrainer hatten Angst vor der Abluft der geplanten Tiefgarage, weiters wurde zu Bedenken gegeben, dass der schmale Tutzsteig, das höhere Verkehrsaufkommen nicht bewältigen wird können.

Grünes Licht  der Baubehörde

Am 9. September 2016 gab es deswegen eine Bauverhandlung mit den Anrainern und dem Bauwerber. Aber auch das verhinderten den positiven Baubescheid nicht.

Eigentümer und Bauwerber Ernst Rieberer hat die Aufregung damals nicht verstanden: „Jeder der Anrainer hat gewusst, dass das ein Baugrund ist.“ Ursprünglich wollte er das Grundstück für ein Einfamilienhaus verkaufen. Da hätte es aber keinen Käufer gegeben. „Ich muss wirtschaftlich handeln und das tun, was die Bank sagt“, so Rieberer im September des Vorjahres.

Gemeinsamer Ankauf aller Anrainer geplant

In der Folge kam es zu Gesprächen der Anrainer untereinander. Man wollte das Grundstück gemeinsam kaufen, um den schönen Innengarten zu erhalten. Dieses Ansinnen scheiterte.

Am 31. März 2017 beendete ein Nachbar aus der Heisslergasse die Verhandlung unter den Anrainern. Er setzte seine Unterschrift unter einen Kaufvertrag und erwarb somit die Liegenschaft mit dem Versprechen, dass der Garten erhalten bleiben wird.

„Nunmehr können die Überreste aus der Römerzeit weiter in der Klosterneuburger Erde ruhen und auch das Bundesdenkmalamt ist somit zufrieden“, so der Retter des Naturjuwels am Tutzsteig, der namentlich aber nicht genannt werden will.