Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:07

von Christoph Hornstein

Gemeinsamer Bezirk: Nicht ohne Brücke. Klosterneuburg und Korneuburg haben gemeinsame Wurzeln, eine gemeinsame Verwaltung geht aber ohne Brücke nicht.

 |  NOEN, wien.gv.at

Derzeit geistern in der Stadt Unterschriftenlisten herum. Zu wem wollen die Klosterneuburger verwaltungstechnisch gehören? Zu Tulln, oder gar zu Wien? Oder soll Klosterneuburg eine eigene Verwaltung als Statutarstadt haben? Jetzt meldete sich ein Bürger bei der NÖN mit der Frage: Warum nicht zu Korneuburg?

Im ersten Moment scheint diese Frage obsolet, denn zwischen den Städten fließt breit die Donau, ohne Brückenverbindung. Aber wenn es eine Brücke gäbe?

Geschichtlich gehörten Klosterneuburg und Korneuburg vor mehr als 1.000 Jahren zusammen. „Neuburg“ hieß dieses Konglomerat. Als „Neuburg“ bis 1298 und dann als Doppelstadt „Neuburg klosterhalben“ und „kornhalben“ beziehungsweise jetzt Klosterneuburg und Korneuburg wurden sie zu einer der reichsten und mächtigsten Städte ihrer jeweiligen Zeit.

„10 Millionen donauabwärts“

Der Klosterneuburger Karl Jatschka hat sich mit der Frage eingehend beschäftigt und zieht auch wirtschaftliche Nachteile des brückenlosen Daseins der beiden Städte ins Kalkül: „Durch die fehlende Verbindung fließen täglich zehn Millionen Euro an Wirtschaftsleistung inklusive Steuern donauabwärts nach Wien.“ Auch die fehlenden Arbeitsplätze könnten mit einer Zusammenlegung der Städte und einem Brückenbau seiner Meinung nach Geschichte sein. „Klosterneuburg beschäftigt nur noch 70 Prozent seiner Erwerbstätigen. Vergleichbare Städte mit Brücke wie Tulln oder Krems weisen diesbezüglich Zahlen von 140 bis 200 Prozent aus“, so Jatschka. Klosterneuburg sei ein Teil des Korneuburger Beckens und nicht des Tullnerfeldes.

„Ich verspreche Ihnen, wenn es einen konkreten Brückenstandort gibt, dann wird Klosterneuburg ein Teil von Korneuburg.“ Landeshauptmann Erwin Pröll, bei NÖN-Telefonsprechstunde

Wenn man Stockerau noch einbezieht, würde mit 80.000 Einwohnern eine „homogene Wirtschaftsregion mit vielen gemeinsamen Ressourcen und neuen Möglichkeiten“ entstehen, so Jantschka, der all diese Argumente in der NÖN-Telefonsprechstunde Landeshauptmann Erwin Pröll vortrug. Pröll soll laut Jatschka gesagt haben: „Ich verspreche Ihnen, wenn es einen konkreten Brückenstandort gibt, dann wird Klosterneuburg ein Teil von Korneuburg.“

Verkehrstechnisch wenig hilfreich 

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ist von einer Brücke nach Korneuburg nicht begeistert: „Es scheint nicht realistisch zu sein, im Natura 2000-Gebiet eine Brücke bauen zu wollen.“ Außerdem sei ein solcher Brückenstandort „verkehrstechnisch wenig hilfreich“, denn das würde die Wien-Anbindung verschlechtern. Die Idee, in Greifenstein eine Brücke zu bauen, gefällt dem Bürgermeister da schon besser. Aber auch diese Idee wäre durch das „Natura 2000-Gebiet“ limitiert. Aber Schmuckenschlager konstatiert: „Ein Verwaltungsbezirk ‚Neuburg‘ wäre geografisch und geschichtlich richtig.“

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