Erstellt am 04. April 2016, 21:24

von APA/Red

Gen-Interaktionen spielen langfristig Rolle in Evolution. Die Interaktionen von Genen beeinflussen (nur) auf lange Sicht die Evolution, berechneten Forscher des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg.

 |  NOEN, Symbolbild
Je nachdem, ob für die Verbreitung von Genvarianten eher der Zufall oder die natürliche Auslese eine Rolle spielen, sind dafür die Ausgangskomponenten oder Interaktionsmuster entscheidend, berichten sie im Fachjournal "Pnas".
 
Unter den Evolutionsbiologen würde schon seit langem diskutiert, wie sehr Gen-Wechselwirkungen die Anpassung von Organismen beeinflussen, so die Wissenschafter. Während ein kurzfristiger Einfluss als unwahrscheinlich galt, wären langfristige Akkumulationseffekte als wahrscheinlich angesehen worden. Genau dies konnte Tiago Paixao gemeinsam mit dem Evolutionsbiologen Nick Barton nun bestätigen.
 
Wenn die Verbreitung unterschiedlicher Varianten eines Merkmals (Allele) vor allem durch den Zufall beeinflusst wird (diesen Effekt bezeichnen Genetiker als "Drift"), ist die Langzeitantwort einfach vorhersehbar, denn sie wird dann nur von den Ausgangs-Komponenten beeinflusst, sagte Paixao.
 
Ist jedoch die natürliche Auslese (Selektion) so stark, dass sie die Verbreitung von Allelen maßgeblich bestimmt, kann man die Langzeitantwort nicht mit der Anfangsvarianz vorhersagen, doch sie hängt dann von den Geninteraktions-Mustern ab, erklärte er.
 
In beiden Szenarien würde die Epistase, also die Gen-Interaktionen, bei denen Gene das Ablesen und die Ausprägung von anderen Genen beeinflussen, laut den Ergebnissen der Studie ausschließlich auf die Langzeitantwort Einfluss nehmen.