Erstellt am 08. September 2015, 16:27

von Martin Gruber-Dorninger und Ewald Baringer

Gläubiger erlassen 40% der Schulden. 400 Millionen werden von Raiffeisen, Erste und Bank Austria abgeschrieben. Zukunft von Museum noch ungewiss.

 |  NOEN, APA
Seit rund einer Woche ist bekannt, dass der bauMax-Konzern an die Immobiliengesellschaft Supernova und die Baustoffhandelskette OBI teilweise verkauft wird. Am Montag berieten die bauMax-Gläubiger (größte sind Raiffeisenbank, Erste und Bank Austria) über die Abhandlung des Kaufes und einigten sich laut APA auf die Abschreibung von rund 400 Millionen Euro, das entspricht einem Erlass von 40 Prozent der Schulden. Die Bundeswettbewerbsbehörde soll bis 29. September die Übernahme noch überprüfen.

„Die Stimmung in Klosterneuburg ist natürlich nicht gut. Es ist vor allem schlimm für die Beschäftigten in der Zentrale“, zeigt sich Walter Platteter von der NÖ Wirtschaftskammer zerdrückt. 15 der 19 bauMax-Filialen in NÖ sollen fortgeführt werden. Darunter auch die Filiale in Klosterneuburg, die von OBI übernommen werden soll. Die Zentrale wird allerdings auf 35 Personen geschrumpft. Der Stadtgemeinde Klosterneuburg entgehen dadurch jährlich bis zu 500.000 Euro an Kommunalsteuern. „Kosten sind keine zu erwarten, denn die Firma hat über Jahrzehnte immer alle gesetzlichen Forderungen der Gemeinde pflichtbewusst und fristgerecht erfüllt“, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager.

Unternehmen hatte keinen Betriebsrat

Für die Angestellten von bauMax, die nun ihre Koffer packen müssen, ist dies natürlich kein Trost. Es gilt für die Mitarbeiter der Zentrale einen Sozialplan zu erstellen (berichteten „Kurier“ und „Standard“). Das Unternehmen wird dafür 7,5 Mio. Euro in die Hand nehmen, 3,5 Millionen Euro alleine für die Zentrale und das Logistikzentrum in Wien-Aspern. Die Arbeiterkammer Korneuburg war an den Verhandlungen nicht beteiligt. „Die bauMax-Angestellten hatten nicht einmal einen Betriebsrat, da ist man mit seinen rechtlichen Möglichkeiten stark eingeschränkt“, beklagt Bezirksstellenleiter Alfred Jordan. Er empfehle den Angestellten, vorerst nichts zu unterschreiben und die Beratung der Arbeiterkammer aufzusuchen.

Wie es nun mit dem Essl-Museum weitergehen wird, ist noch ungewiss. Auch wenn die für vergangenen Mittwoch im Schömer-Haus vorgesehen gewesene Eröffnung der Ausstellung „Vier Mal Malerei“ angesichts der dramatischen Lage im Konzern kurzfristig abgesagt wurde, geht man im Essl Museum von einer Weiterführung des Museumsbetriebs aus. Die angekündigten Ausstellungen, Konzerte und Lesungen sollen wie geplant stattfinden. Mehr darüber auch in der NÖN Landeszeitung, Seiten 2/3.