Erstellt am 23. April 2016, 05:24

von Claudia Wagner

Grüntal: Geduldsspiel für die Nachbarschaft. Die Anrainer haben ihre Anliegen vorgebracht. Jetzt müssen sie auf eine Entscheidung der Stadtgemeinde warten.

Anrainer Günter Riener sieht viele Mängel beim Bauprojekt im Grüntal. Bei der Bauverhandlung am Montag hat er seine Sorgen kundgetan. Nun müssen die Nachbarn den Bescheid der Stadtgemeinde abwarten.  |  NOEN, Hornstein

Im Grüntal herrscht ländliche Idylle. Aber: Der Schein trügt. Denn seit Monaten bangen die Anrainer um ihre Naturoase. Grund: Auf einer freien Fläche mit der Widmung „Bauland Agrar“ soll gebaut werden. Bei solch einer Nutzung dürfe ein Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten pro Grundstück gebaut werden, abhängig vom Umfeld.

Die Nachbarn fürchten jedoch, dass durch Teilungen auf der Liegenschaft Grüntal 54-58 eine Wohnhausanlage entstehen soll – mit zwölf Wohneinheiten. „Da muss man doch weiterdenken. Wie soll zum Beispiel die Straße die Belastung durch die Bauarbeiten aushalten?“, fragt sich Günther Riener, Gründer der Initiative Grüntal. Der Anrainer rechnet mit bis zu 60 Autos mehr, sollte das Projekt verwirklicht werden. „Die Straße hat keinen Unterbau, der das tragen könnte“, zweifelt Riener an der Stabilität.

Verfahrensmängel zu erkennen

Bei der Bauverhandlung am Montag hat der Anrainer seine Sorgen vorgetragen, gemeinsam mit einem Anwalt. „Er hat die Punkte angeführt, die er für widerrechtlich hält“, erzählt der besorgte Nachbar. Verfahrensmängel und Probleme mit der Widmung habe der Jurist erkennen können.

„So wie es aussieht, steht die Gemeinde – aus welchen Gründen auch immer – hinter dem Bauträger.“

Günther Riener, Anrainer und Gründer der Initiative Grüntal

Ob das reicht, um den Bau abzuwenden, bezweifelt Riener: „Das ist immer das Gleiche in Klosterneuburg, die Politik setzt sich über alles hinweg. So wie es aussieht, steht die Gemeinde – aus welchen Gründen auch immer – hinter dem Bauträger.“ Ganz hat er die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Ein Ergebnis habe die Bauverhandlung nämlich nicht gebracht. „Wir müssen jetzt den Bescheid der Gemeinde abwarten“, so Riener. Acht Wochen habe die Stadt dafür Zeit, eine Entscheidung zu fällen.