Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:48

von Christoph Hornstein

Happy-End im Happyland?. Noch im Dezember soll das Happyland fertig sein, Sanierung Sauna und Eislaufplatz 2016.

Montag, 21. Dezember: Noch immer scheint der Eingangsbereich des »Happyland« in Arbeit zu sein.  |  NOEN, Hornstein

Mit einem Bericht von Geschäftsführer Stefan Konvicka über die „Baustelle Happyland“ startete die letzte Gemeinderatssitzung. Danach entwickelte sich eine heftige Diskussion, denn von einigen Fraktionen hagelt es Kritik an der größten Baustelle, die Klosterneuburg je gehabt hat.

Abgeschlossen sei die Sanierung des Sportbeckens und der gesamten Technik, auch die Sanierung der Garderoben sei in der Endphase. Die Mess- und Regeltechnik funktioniere noch nicht einwandfrei, so Konvicka. Aber auch das hätte man innerhalb einer Woche im Griff.

Die größte offene Baustelle sei, nach Konvicka, der Eingangsbereich. Der Geschäftsführer versprach die Fertigstellung bis 19. Dezember.

Auf das angebliche Gerücht, der Fertigstellungstermin der Baustelle werde immer wieder verschoben, entgegnet Konvicka: „Natürlich haben sich einige Bereiche immer wieder verschoben, aber gesamt sind wir eigentlich ganz gut in der Zeit.“ Er spielt auf eine Präsentation im November 2013 an, die eine Fertigstellung des Eingangsbereichs mit Dezember 2015 prognostizierte.

„Wir bleiben bei unserer Kritik, dass einfach zuviel Geld in das Happyland gesteckt wurde und für viele andere Projekte kein Geld mehr da ist.“ Stadtrat Sepp Wimmer, Grüne

Dann nimmt Konvicka zu den Kosten Stellung. 14,1 Millionen sind für die Sanierung budgetiert worden, die Abrechnungsprognose zum Stichtag 1. Dezember 2015 beträgt laut Konvicka 14,375 Millionen Euro. Da seien aber Sauna und Eislaufplatz nicht enthalten. „Das entspricht einer Budgetüberschreitung von zwei Prozent. Das, was heute zur Diskussion steht, nämlich die Beauftragung der Sauna, des Eislaufplatzes mit den Garderoben, macht 807.000 Euro aus. Insgesamt käme man damit auf eine Budgetüberschreitung von 1,082 Millionen Euro, das entspricht acht Prozent der budgetierten Summe“, führt Konvicka aus.

„Wir bleiben bei unserer Kritik, dass einfach zuviel Geld in das Happyland gesteckt wurde und für viele andere Projekte daher kein Geld mehr verfügbar ist“, so der Grüne Stadtrat Sepp Wimmer. Mandatar Peter Hofbauer, Hauptkritiker des Sanierungskonzepts, beschwert sich darüber, dass er nur dann eine Aufstellung der Mehrkosten bekommen hätte, wenn er sie nicht an Dritte weitergeben würde. Hofbauer: „Das ist die Form der Transparenz, die hier praktiziert wird.“

VP-Stadtrat Martin Czerny lobt die Entscheidung, eine Projektsteuerung installiert zu haben, die die zeitliche Abfolge und das Gesamtkonzept im Auge behält. Eine weitere Kontrolle sei der Happyland-Beirat und der innere Beirat. Czerny: „Es haben sich also mehrere Kontrollinstanzen mit dem Bauvorhaben beschäftigt.“
Passieren würde auf solchen Baustelle immer etwas, das gesamte Projekt hätte aber funktioniert. Czerny lobt die Arbeit von Konvicka, der Projektsteuerung und der begleitenden Kontrolle, beschwert sich aber bei Presse und Hofbauer: „Wenn die Zeitung zwanzig Mal schreibt, was alles schlecht ist, und ein Gemeinderat Fliesen herzeigt, die sich aufstellen, dann sagt jeder dritte Badegast: Danke, bei dem Pfusch gehe ich gar nicht hin.“
FP-Stadtrat Josef Pitschko dürfte mit der Kontrolle aber auch nicht ganz zufrieden sein, obwohl ihm die Baukostenüberschreitung keine Sorgen macht: „Das heißt aber noch immer nicht, dass die Kontrolle, die Peter Hofbauer ständig verlangt, optimal gelaufen ist. Es gibt da schon den einen oder anderen Hinweis, dass Formalverstöße passiert sind.“

„Das heißt aber noch immer nicht, dass die Kontrolle, die Peter Hofbauer ständig verlangt, optimal gelaufen ist.“ Stadtrat Josef Pitschko, FPÖ

Per se ist die Kostenüberschreitung auch für Martin Zach von den Grünen nicht so erschreckend. Er verlangt aber vorausblickend eine entsprechende Einplanung. Zach: „Das ist aus meiner Sicht der Fehler, der hier passiert ist.“ Darauf Czerny: „Die Indexsteigerung war schon als Reserve einkalkuliert.“

Den Vorwurf Czernys, er hätte das Projekt schlechtgemacht, ließ Peter Hofbauer nicht auf sich sitzen: „Gar nichts haber ich schlechtgemacht, ich habe mich auf Fakten berufen. Man kann nicht 52.000 Euro für
einen Masterplan ausgeben, damit man eine Information hat, die man längst haben sollte. Wir sind eine Pilotgemeinde für Transparenz. Warum darf der Steuerzahler nicht wissen, wofür diese Mehrkosten aufgewendet werden?“ Mit der Mehrheit der VP wurde die Sanierung der Sauna und des Eislaufplatzes um 807.000 Euro abgesegnet.

Was denkst du darüber? Jetzt abstimmen!