Erstellt am 06. Januar 2016, 05:23

von Daniel Wertheim

Happyland unter der Lupe. Mit der Fertigstellung des Eingangsbereiches ist ein Meilenstein der Sanierung gesetzt.

Geschäftsführer Stefan Konvicka vor dem neuen Kassa-Bereich in der sanierten Happyland-Eingangshalle.  |  NOEN, Daniel Wertheim

Eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich zum ersten Happyland-Bauabschnitt sind die Pforten zum neuen Eingangsbereich geöffnet. Das hat Symbolkraft. Denn fest steht: Eines der vielfältigsten Freizeitzentren in Ost-Österreich ist im 21. Jahrhundert angekommen.

„Klar fehlen noch Kleinigkeiten, aber der Baustellenncharakter wird täglich geringer“, meint Happyland-Geschäftsführer Stefan Konvicka. Einige Bauabschnitte werden nach dem Winter in Angriff genommen: „Der Eislaufbereich inklusive Räumlichkeiten, die auch für die Feriencamps genutzt werden, Sauna, Kegelbahn, Dacharbeiten in der Tennishalle sowie Abschluss- und Gewährleistungsarbeiten folgen“, erklärt Konvicka. Offen ist noch die Umsetzung einer zweiten Sporthalle neben dem Hotel. Die NÖN nimmt beim Lokalaugenschein die Bereiche unter die Lupe.

  • Eingangsbereich: Höher, heller, freundlicher. Die neue Glasfront ist einladender und „Visitenkarte“ des Zentrums. Auch das Ambiente der „Sportsbar Happyland“ ist der passende Rahmen für Dalibors Josics Gastfreundschaft. Wermutstropfen: Während die Eingangshalle besonders großzügig ist, fehlen in der Sportsbar fast 20 Plätze. Ein Wintergarten soll die Lösung sein.

Bad, Sporthalle und Außenbereich fertig

  • Bad: Neue, moderne Garderoben und Verfliesungen erwarten die Gäste - nun auch barrierefrei erreichbar. Der Gesamteindruck ist moderner, doch hier sind auch Pannen passiert. Ob die Materialwahl (Fliesen, Alu-Elemente) die richtige war, wird gerade überprüft. Ein bedauerlicher Unfall (Die NÖN berichtete: Eine Frau verlor ihren Finger auf der nur für unter 12-jährige Kinder zugelassenen Rutsche, die Staatsanwaltschaft ermittelt) überschattet diesen Bereich, doch seit März ist die Rutsche ohne weiteren Vorfällen in Betrieb. „Während den Sommerferien bestand sie die Bewährungsprobe“, ist Konvicka erleichtert. Ein riesiger Wurf gelang nicht, allerdings floss das meiste Budget in die unsichtbare Technik.

  • Sporthalle: Die Halle hat nicht nur ein „Facelifting“, neue Sitze und eine vierte Tribüne hinter dem Korb erhalten, sondern auch Räumlichkeiten für die Dukes (VIP-Bereich ab Februar, neue Garderoben). Fazit: gelungen.

  • Außenbereich: Hier ist am meisten passiert: Der Kunstrasenplatz ermöglicht Training bei jedem Wetter und ist fast rund um die Uhr belegt. Das Flutlicht am Rasenplatz und für die Läufer auf der neuen Tartanbahn ist ein Meilenstein. Der neue „Happycalcio“-Platz bietet Spielraum für Hobbyfußballer. Die Tribüne für 200 Fans, Garderoben und Kantine sind gelungen (bis auf die Klimatisierung im Sommer). Schade nur, dass vor die Kantinen-Glasfront eine Rampe gesetzt und keine andere Lösung für den barrierefreien Zugang gefunden wurde.

    „Die Sanierung dieser Russengarage war transparent wie in Tadschikistan.“ Peter Hofbauer, Gemeinderat

  • Tennis: Die Außenplätze sind näher zur neuen Garderobe - zur Halle geht man jedoch länger. Dort ist noch nicht viel passiert, eine (kleine) Dachsanierung soll im Sommer folgen und ist auch dringend nötig.

  • Fazit: Eine Bilanz über die Sanierung kann wohl erst Ende 2016 gezogen werden, wenn alle Abschnitte fertig und Kinderkrankheiten beseitigt sind. Dann ist auch eine „Kosten-Nutzen-Aufstellung“ sinnvoll. Gemeinderat Peter Hofbauer ist, was dieses Thema angeht, besonders kritisch: „Die Sanierung dieser Russengarage war transparent wie in Tadschikistan und nicht professionell. Für mich ein Skandal, den der Rechnungshof – vielleicht auch der Staatsanwalt – betrachten wird“, poltert er über den Gemeinderatsbeschluss, eine weitere Million in das Projekt zu pumpen (acht Prozent Budgetüberschreitung). Auch mit der Umsetzung ist er unzufrieden: „Kaum blöder möglich und kaum Mehrwert für die Bevölkerung“, sucht er vergebens nach Verbesserungen im Wert von 15 Millionen.