Erstellt am 22. Januar 2016, 12:13

von Jutta Hahslinger

Herzensbrecher kam es nur auf Geld an. Gericht / Der Lebensweg eines 56-Jährigen ist mit gebrochenen Frauenherzen gepflastert. Erkenntnis für Opfer: Nicht Liebe, nur Geld. BEZIRK KLOSTERNEUBURG / Sehr wortkarg und einsilbig gibt sich der 56-Jährige aus Wien vor Gericht.

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Sehr wortkarg und einsilbig gibt sich der 56-Jährige aus Wien vor Gericht. „Absolut nicht“, sind die einzigen beiden Worte, die er immer wieder zu den Betrugsvorwürfen sagt.

„Ja“, erzählt er, er habe über das Internet oder per Inserat
eine Gefährtin gesucht. Aber nicht, wie die Anklagebehörde meint, um die Auserwählte dann zu bestehlen oder auszunehmen. Jeder Mensch suche doch Zweisamkeit. Auch er habe nur der Einsamkeit entfliehen wollen, erklärt er.

Eines seiner Opfer, eine fesche Kierlingerin, sieht die traute Zweisamkeit mit dem 56-Jährigen rückblickend mit ganz anderen Augen. Ihr fehlte nach
einem Besuch des Herzensbrechers Schmuck im Gesamtwert von über 5.000 Euro. Er habe ihr auch erzählt, er arbeite bei der UNO. In Wirklichkeit geht er seit mehreren Jahren keiner Arbeit mehr nach, schildert das Opfer.

Richter glaubt Opfer, nicht Angeklagtem

„Sie lügt, aus Rache. Das ist nur verletzte Eitelkeit“, entgegnet der 56-Jährige. Richter Manfred Hohenecker glaubt aber dem Opfer und verhängt über den bislang Unbescholtenen eine Bewährungsstrafe von fünf Monaten (nicht rechtskräftig).