Klosterneuburg

Erstellt am 18. August 2016, 05:02

von Christoph Hornstein

Wenn was übrig bleibt. Die Grüne Stadträtin Enzmann will Klarheit über das Verhältnis Eintrittsgeld und Subvention. Organisator Bauer: „Haben zurecht vorsichtig kalkuliert und nichts zu verbergen.“

Heuer soll es im Herbst am Stadtplatz wieder so ausschauen. Zu 99 Prozent gibt es 2016 wieder ein Höfefest. Das Spektakel ist also doch mit Unterstützung der Stadtgemeinde prolongiert. NÖN  |  NOEN

„Wir Klosterneuburger Grüne sind sehr froh, dass es das beliebte Höfefest wieder gibt und somit zur Belebung der Stadt beiträgt. Die Abwicklung allerdings macht nachdenklich“, so die Grüne Stadträtin Martina Enzmann, die vor allem Aufklärung über die finanziellen Hintergründe verlangt.

Das Höfefest wird heuer von der Stadtgemeinde mit 20.000 Euro subventioniert. Laut Antrag kostet das Fest 40.000 Euro, Eigenmittel werden mit 19.000 Euro veranschlagt. Mit der Subvention und 18 Sponsoren ist das Fest finanziell gesichert. Dazu kommt aber heuer auch ein Novum: Es wird Eintrittsgeld verlangt, 9 Euro für die Eintrittsberechtigung in die elf Höfe im Vorverkauf. Am Tag der Veranstaltung kostet das Ganze dann 10 Euro.

Für die Grüne Stadträtin passt da einiges nicht zusammen. „Zuletzt 2013 waren nach Angabe des Veranstalters 12.000 Besucher am Höfefest. In der NÖN 2013 wurde vom Erfolg des Festes berichtet, das 30.000 Euro gekostet hat, 2014 spricht der Veranstalter von einem Gesamtbudget von 60.000 Euro, heuer sind es 40.000 Euro. Alles nicht schlüssig für mich, wenn man so hört, dass so manche Künstler gratis auftreten oder mit sehr kleinen Gagen auskommen müssen“, wundert sich Enzmann.

Eintrittsgeld ja, aber nicht in der Höhe?

In der Vorberatung des Wirtschaftsausschusses sei zwar die Rede davon gewesen, dass Eintritt verlangt werden soll, aber nur ein paar wenige Euro. Auch im Antrag an den Gemeinderat im Juli sei von solch einer Höhe des Eintritts keine Rede gewesen. Auch nach zwei Jahren Pause sei mit gutem Zustrom zu rechnen. „Wenn also rund 5.000 Leute Eintritt zahlen, und ich nur vom Vorverkauf ausgehe, wären dies bereits 45.000 Euro, also bereits 5.000 Euro mehr als an Kosten veranschlagt“, rechnet Enzmann vor. Eintritt in dieser Höhe zu verlangen, aber sich im Vorfeld

50 Prozent der Kosten von der Gemeinde zusichern zu lassen, findet Enzmann bedenklich.

Abrechnung nach der Veranstaltung

Die Auszahlung von 80 Prozent der Förderung durch die Stadt ist bereits erfolgt. Die verbleibenden 4.000 Euro sollen mit der Abrechnung ausgezahlt werden. Enzmann: „Diese Abrechnung sollte genau unter die Lupe genommen werden. Denn Gewinn sollte der Verein ja wohl nicht machen wollen.“ Sie verweist dabei auf dessen Homepage, wo zu lesen steht: Der gemeinnützige Verein KunstVergnügen wurde gegründet im Jahr 2009, ohne Absicht auf Gewinn, lediglich orientiert an der Planung, Begleitung und Durchführung von Veranstaltungen sowie der Unterstützung von Bedürftigen.

„Der letzte Teil des Satzes ehrt den Verein zwar, aber es kann doch nicht sein, dass die Stadt ein Fest zu 50 Prozent fördert, damit dann der Verein mildtätig wirken kann. Und vielleicht
einige Klosterneuburger Familien an dem Fest nicht teilnehmen können, weil sie sich den Eintrittspreis nicht leisten können“, so Enzmann.

„Nachdenklich wird man nur dann, wenn man die Details nicht kennt“, entgegnet Höfefest-Organisator Michael Bauer. Wenn 5.000 Besucher Eintritt zahlen, dann stimme die Rechnung. Davon geht Bauer aber bei Weitem nicht aus. „Natürlich sind die Eintrittsgelder niedrig kalkuliert. Aus Sicherheitsgründen, denn es können ja auch nur 500 Eintrittskarten verkauft werden.“ Da es ein kostenloses Rahmenprogramm gibt und die Eintrittskarte zum Besuch von bestimmten Höfen berechtigt, könne niemand sagen, wie viele Menschen sich ein Ticket kaufen. Das sei nicht planbar und daher extrem niedrig angesetzt.

Eventuelle Überschüsse werden gespendet

Und wenn tatsächlich ein Überschuss herauskommen sollte? Bauer: „Davon gehe ich keinesfalls aus, aber sollte es einen Überschuss nach der Abrechnung des Festes geben, dann wird dieser im Sinne der Gemeinnützigkeit wieder der Gemeinschaft zurückgegeben, zum Beispiel in Form von Spenden.“ Es würde sich niemand an

einem eventuellen Überschuss bereichern.

Und Bauer abschließend: „Wenn Frau Enzmann noch mehr Transparenz haben will, lade ich sie herzlich ein, mich persönlich telefonisch zu kontaktieren. Wir werden als gemeinnütziger Verein ständig geprüft und haben nichts zu verbergen.“