Klosterneuburg

Erstellt am 18. August 2016, 05:26

von Christoph Hornstein und Claudia Wagner

„Schüler fallen in den Ferien zurück“. Gym-Direktor Donner befürwortet Verkürzung der Sommerferien. Berger (NMS) sieht Vorteil für Eltern und Jugendliche.

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Kaum haben die Sommerferien ihren Höhepunkt erreicht, wird auch wieder die jährliche Diskussion entfacht: Sind neun Wochen zu lang? Nicht, wenn es nach dem Süden oder Baltikum geht: In der Türkei, Italien, Lettland, Estland oder Litauen haben Schüler sogar bis zu 13 Wochen frei.

Den Modellen der europäischen Ferien-Spitzenreiter kann Sophie Karmasin (ÖVP) wohl nichts abgewinnen. Die Familien- und Jugendministerin will die österreichischen Sommerferien auf sieben Wochen verkürzen und dafür längere Herbstferien einführen. In Expertenkreisen gehen die Meinungen zu dem Thema auseinander. Und das spiegelt sich auch bei den Klosterneuburger Pädagogen wieder.

„Vielleicht wäre es ein Kompromiss, die Sommerferien zu verkürzen und die Osterferien zu verlängern.“

Ursula Mürwald, Volksschuldirektorin

„Ich halte den Karmasin-Vorschlag für eine gute Idee“, befürwortet Robert Donner die Idee. Aus eigener Erfahrung wisse der Gym-Direktor, dass – vor allem schwächere – Schüler in den neun Wochen Kompetenzen verlieren. Donner: „Sie fallen wieder zurück, und das könnte man mit der Verkürzung der Sommerferien abfedern.“

Gleichzeitig würden die Jugendlichen von freien Tagen im Herbst profitieren, besonders die Älteren: „Die siebten Klassen brauchen sie sogar wie einen Bissen Brot, weil die vorwissenschaftlichen Arbeiten zu schreiben sind.“

Aber nicht nur für Gymnasiasten wären Herbstferien von Vorteil. „Schulautonome Tage im Herbst werden unterschiedlich konsumiert. Wenn man Herbstferien für alle machen würde, könnte man sich die Diskussion darüber ersparen“, argumentiert Ingeborg Berger, die Schulleiterin der NMS Hermannstraße. Auch die Neue Mittelschuldirektorin hält neun Wochen für zu lange: „Die Kinder sind sehr lange vom Schulbetrieb fern und brauchen daher lange, wieder hineinzufinden.“

Und nicht nur für die Jugendlichen wären kürzere Sommerferien gut, sondern auch für die Eltern. Berger: „Trotz hervorragender Kinderferieneinrichtungen ist es immer ein Problem, die Kinder im Sommer unterzubringen.“

In ein ganz anderes Horn stößt Ursula Mürwald. Die Weidlinger und Kritzendorfer Volksschuldirektorin ist gegen Herbstferien, „weil die Kinder zu schnell aus dem Schulalltag wieder herausgerissen werden.“ Gerade bei den Kleineren sollte die neue Routine aber weitergehen. Mürwald sucht nach einem Mittelweg: „Vielleicht wäre es ein Kompromiss, die Sommerferien zu verkürzen und die Osterferien zu verlängern.“

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