Erstellt am 13. April 2016, 05:44

von Christoph Hornstein

Kein Geschäft mehr?. Für die Gemeinde ist die Strombadsiedlung ein Geschäft. Kommt aber das Hochwasser, ist "Schluss mit lustig".

Die Schlammmassen des letzten Hochwassers treiben die Verwaltungskosten der Strombadsiedlung in die Höhe.  |  NOEN, NÖN
Die Siedlung im Strombad Kritzendorf hateinen Ausnahmestatus. Während alle anderen Siedlungen an den Klosterneuburger Donauufern dem Kleingartengesetz unterliegen und sich selbst verwalten, verpachtet in Kritzendorf das Stift seine Flächen der Stadtgemeinde, und die wieder gibt die Pacht in sub an die einzelnen Siedler weiter.

In ruhigen Zeiten ist das sogar ein Geschäft für die Stadtgemeinde. Kommt aber das Hochwasser, muss die Stadtgemeinde – also die Steuerzahler – zum Teil für die Schäden aufkommen. Das belastete das Budget um etwa 400.000 Euro und sorgte für einen Rechtsstreit mit dem Verbund. Stadtgemeinde als Generalpächter und Stift als Eigentümer verhandeln nun mit dem „Verein Donausiedlung Kritzendorf“ (VDK) um neue Verträge.

Auf zehn Jahre wurde der Vertrag letztmalig ausverhandelt – er endete 2014 – und danach um jeweils ein Jahr verlängert. Noch heuer soll es einen neuen geben, und, geht es nach dem VDK, ohne Zeitlimit.

„Wir wollen einen Vertrag auf unbestimmte Zeit“, so die klare Position von VDK-Obmann Gerd Höllerl, der unbedingt
eine weitere Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde will. „Wir wollen nicht alle zehn Jahre verhandeln. Gerade in Extremsituationen wie beim Hochwasser wurde klar, dass die Zusammenarbeit gut ist.“

Selbstverwaltung schwer möglich

Eine Selbstverwaltung der Strombadsiedlung hält Höllerl für schwer möglich: „Wir haben als privater Verein gar nicht die Strukturen dafür und müssten die Verwaltung auslagern.“

Derzeit übernehmen die Siedler zwei Drittel der Verwaltungskosten, und die Gemeinde steht für ein Drittel gerade. Das ist laut Höllerl deshalb so, weil etwa ein Drittel der Flächen, wie der Fußballplatz oder das Rondeau, der Gemeinde gehört.

Auch für das Stift ist eine Weiterführung der derzeitigen Konstellation anstrebenswert, und es will die Stadtgemeinde als Generalpächter behalten.

Und wie steht die Stadtgemeinde dazu? Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager: „Unser Ziel war immer eine klare Kostenrechnung. Insbesondere sind die hohen Kosten von drohenden Hochwässern abzusichern.“ Die Kosten des letzten Hochwassers wurden zu 50 Prozent von der Gemeinde getragen. „Derzeit planen wir, das Strombad weiter zu verwalten und die Verträge mit einem überarbeiteten Kostenschema abzuschließen. „Sollten die Siedler eine Selbstverwaltung als Kleingartenverein bevorzugen, wird die Gemeinde nicht im Wege stehen. Hier ist eine Übereinstimmung mit den Pächtern und dem Stift nötig, dadurch sind unbefristete Verträge denkbar,“ so der Bürgermeister.

In ein paar Wochen soll es eine Entscheidung geben.