Erstellt am 21. Juli 2016, 15:52

von Martin Gruber-Dorninger und Claudia Wagner

Ärger um Parksituation: "Habe Nachbarn nicht angezeigt". Nach NÖN-Artikel „Ganze Gasse angezeigt“ stellt Beschuldigte klar: „Ich habe Nachbarn nicht angezeigt!“ Neue Bodenmarkierungen erlauben künftig das Parken in der Gasse.

Nachdem Autobesitzer von der Polizei gestraft wurden, meiden sie nun die Lenaugasse. Ab 26. Juli sollen aber neue Bodenmarkierungen eingezeichnet werden. Dadurch dürfen Autolenker legal in der schmalen Gasse parken.  |  privat

Anpöbelungen, Anfeindungen, Vandalismusakte – damit ist die Anrainerin, die angeblich ihre Nachbarn angezeigt haben soll, konfrontiert. Die Betroffene stellt klar: „Ich habe meine Nachbarn nicht angezeigt.“

Das Gerücht, das sogar Lokalpolitiker hartnäckig glauben, sei „besonders beleidigend“, da die Anrainerin am 5. Mai selbst ein Strafmandat erhielt, weil durch ihr vor ihrem Haus geparktes Auto die Restfahrbahnbreite nicht gegeben war. Eine Kopie der Originalverfügung liegt der NÖN vor.

Parken in der Lenaugasse, wie seit Jahren üblich und bisher von der Polizei toleriert, ist nämlich rechtswidrig, da in der schmalen Straße keine zwei Fahrstreifen frei bleiben. Obwohl die Parkplatz-Situation bereits jetzt schwierig ist, verschärft sich diese durch Bautätigkeiten weiter.

„Überall, wo drei Meter Durchzug frei bleiben, können Parkplätze markiert werden.“

Johann Fanta, Ortsvorsteher

Am Baustellen-Gitter in der Lenaugasse entlang des Haselbaches forderte seit Langem ein Zettel die Bauarbeiter auf, hier nicht zu parken, da die Polizei ab sofort strafen würde.

„Am 2. Juni bei der Bürgermeister-Diskussion in Maria Gugging konfrontierte ich den Bürgermeister damit, dass die Bauarbeiter den Rand des Haselbaches als Parkplatz missbrauchen und sich die Parkplatz-Situation durch die geplante Plöcking-Verbauung massiv verschärfen wird. Danach habe ich die in der Lenaugasse am Haselbach-Bachrand parkenden Bauarbeiter-Autos angezeigt“, so die Anrainerin, die gleichzeitig bekräftigt, ihre Nachbarn nicht angezeigt zu haben.

Nachdem sie am 5. Mai selbst gestraft worden war, habe sie sich vielmehr dafür eingesetzt, dass das in der Lenaugasse jahrzehntelang praktizierte StVO-widrige Parken in der ganzen Gasse endlich rechtlich abgesichert wird, denn die Behörde kann das Parken durch Bodenmarkierungen oder Einbahnstraße legitimieren.

„Nachdem die Situation der Lokalpolitik seit Jahrzehnten bekannt ist, ist unverständlich, dass die rechtliche Absicherung nicht schon vor den Strafen erfolgt ist. Da laut Ortsvorsteher die meisten Gassen dieselbe Problematik wie die Lenaugasse aufweisen, ist die Politik hier dringend gefragt“, so die Kierlingerin.

Lenaugasse wird nicht zur Einbahn

Bei der Verkehrsverhandlung vergangene Woche wurde nun eine Lösung für das Park-Problem gefunden. Die Idee, die Straße zur Einbahn zu machen, wurde verworfen. Stattdessen werden Bodenmarkierungen Flächen schaffen, wo Pkw abgestellt werden dürfen. Ortsvorsteher Johann Fanta erklärt, was sich in der Lenaugasse ändern wird: „Überall, wo drei Meter Durchzug freibleiben, können Parkplätze markiert werden.“

Der Ortschef ist glücklich mit der Entscheidung, denn eine Einbahnstraße hätte für Anrainer einen Umweg von rund 1.700 Metern bedeutet – und das bei jeder Fahrt Richtung Wien. „So, wie es jetzt ist, ist es kein Rückschritt für die Lenaugasse“, freut sich Fanta.

Ebenso erfreulich: Durch die Markierungen werden den Kierlingern mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, als zuvor rechtswidrig beansprucht – denn an einigen Stellen kann die Gasse um bis zu 20 Zentimeter verbreitert werden.
Die neuen Parkplätze werden voraussichtlich ab 26. Juli eingezeichnet. Dann können Anrainer – wie seit Jahrzehnten üblich – ihre Autos wieder vor der Tür abstellen, und diesmal auch rechtens.