Klosterneuburg

Erstellt am 15. Juli 2016, 10:50

von APA/Red

69-Jährige in Haus überfallen und gefesselt: Prozess. Ein serbischer Staatsbürger hat sich am Freitag in Korneuburg wegen Raubes vor Gericht verantworten müssen.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka

Er hatte laut Anklage im Februar 2015 mit Mittätern eine 69-Jährige in ihrem Haus in Klosterneuburg überfallen, geknebelt, im Badezimmer mit Kabeln auf einem Sessel gefesselt und Bargeld, eine Bankomatkarte und drei Telefone gestohlen. Der 24-Jährige bekannte sich nicht schuldig.

Nach damaligen Polizeiangaben waren zwei Täter gegen 1.30 Uhr eingedrungen. Die im ersten Stock schlafende Frau wurde durch Geräusche geweckt, begab sich ins Erdgeschoß und entdeckte die Täter, die die Räume durchsuchten. Die beiden sagten mehrmals zu ihr: "Psst, Psst, leise, nicht sprechen, Gold, Geld und Safe". Die Überfallene händigte ihnen 1.200 Euro aus, sagte die Staatsanwältin. Dann fesselten die Männer ihr Opfer u.a. mit ausgerissenen Verlängerungskabeln und banden ihr ein Stofftuch über den Mund.

Nach dem Abzug der Räuber gelang es der Pensionistin schließlich, sich zu befreien. Sie verständigte die Polizei. Ihre an Handgelenken und Füßen durch die Fesseln erlittenen Verletzungen wurden im Krankenhaus ambulant behandelt.

"Raub ist Ihnen also nicht ganz fremd"

Noch am selben Abend habe die Gruppe laut der Anklägerin einen Einbruch in Wien verübt. Fünf Mitglieder standen bereits im vergangenen Herbst wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstählen vornehmlich in gewerbliche Objekte im Rahmen einer kriminellen Vereinigung und teils auch wegen Raubes in Wien vor Gericht.

Für den heute Angeklagten gehe es also um eine Zusatzstrafe zu den erhaltenen sechs Jahren, erinnerte Richter Helmut Neumar ihn daran, dass sich ein Geständnis mildernd auswirken würde. Die Bande habe in Wien u.a. in einem Lokal eine Kellnerin in den WC-Bereich gelockt und überfallen. "Raub ist Ihnen also nicht ganz fremd", so Neumar.

Der Angeklagte blieb dabei, nie in ein Privathaus eingedrungen und auch nicht in der Nachbarstadt von Wien gewesen zu sein. Der Richter hielt ihm vor, dass das Handy des damals dritten Beteiligten, der allerdings während des Überfalls aufgrund von Alkohol- und Drogenkonsums im Auto geschlafen hatte, zur Tatzeit in Klosterneuburg eingeloggt gewesen war.