Klosterneuburg

Erstellt am 15. Mai 2017, 14:14

von Daniel Lohninger

IST Austria mit Wiener Unis auf Augenhöhe. Klosterneuburgerin Johanna Mikl-Leitner hörte viel Lob über Institut, in das 33 Forscher mit EU-Förderung geholt wurden.

Johanna Mikl-Leitner traf sich in Brüssel mit drei EU-Kommissaren, darunter auch CarlosMoedas, der für Forschung und Innovationzuständig ist.Reinberger  |  NOEN, NLK/

Nur drei Wochen nach ihrem Amtsantritt stattete Neo-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner der EU-Kommission in Brüssel ihren Antrittsbesuch ab. Ihr Weg führte sie zu drei Kommissaren, dem Ausschuss der Regionen, EVP-Vorsitzenden Manfred Weber und der österreichischen Botschaft. Mikl-Leitners Agenda: Gute Stimmung für EU-Regionalförderungen nach 2020 zu machen, die infolge des Brexit gekürzt werden können.

„Wer ein starkes Europa will, muss die Kohäsionspolitik stärken. Europa kann man nur in den Regionen sichtbar machen“, betonte Mikl-Leitner im Gespräch mit den EU-Kommissaren Carlos Moedas, Corina Cretu und Johannes Hahn. Es gehe aber nicht nur darum, strukturschwache Regionen zu unterstützen, sondern auch Zentralräume zu stärken – beispielsweise über die Fördertöpfe für Wissenschaft und Innovation. 63 Millionen Euro gingen in der aktuellen Förderperiode aus diesen Mitteln nach Niederösterreich, ein Gutteil davon nach Klosterneuburg in das IST Austria. 33 Nachwuchs- und Spitzenforscher wurden mit EU-Unterstützung an das noch junge Institut gelotst – nur vier weniger als an den gesamten Uni-Standort Wien.

„Wir wollen die Besten der Besten für Lehre und Forschung am IST gewinnen.“ Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau

Bis 2026 sollen es 90 Forschungsgruppen sein, die in Mikl-Leitners Heimatstadt tätig sind. „Wir wollen die Besten der Besten für Lehre und Forschung am IST gewinnen und haben schon einen gewaltigen Schritt in diese Richtung gemacht“, freut sich Mikl-Leitner. Lob für die Pionierarbeit am IST gab es von Carlos Moedas, dem EU-Kommissar für Forschung und Innovation, sowie Markku Markkula. Der Präsident des Ausschusses der Regionen sieht das IST als Musterbeispiel für den nachhaltigen und zielgerichteten Einsatz von EU-Geldern: „Die Erfolgsgeschichte des IST Austria zeigt, dass die Regionen selber wissen, welche Förderung wo und wie am besten eingesetzt wird.“

Insgesamt wird der Brexit dazu führen, dass EU-Fördermittel gezielter eingesetzt werden müssen – das Gießkannenprinzip wird in der neuen Förderperiode nach 2020 ausgedient haben. Der Verteilungskampf wird härter werden. Deshalb will Mikl-Leitner die EU-Institutionen in Brüssel in den nächsten Monaten häufiger besuchen.

Mehr zu Mikl-Leitner in Brüssel in der NÖN-Landeszeitung.