Klosterneuburg

Erstellt am 26. April 2017, 04:36

von Christoph Hornstein

Einbahnstraße: Chaos vorprogrammiert. Im Zuge der Realisierung des „Naturwärmekonzepts Klosterneuburg“ werden Fernwärmerohre verlegt. Die Wienerstraße wird daher von Mai bis September zur Einbahn.

Einbahn von der Leopoldstraße bis zum Niedermarkt.  |  NOEN, Hornstein

„Das wird ja eine Katastrophe“, hört man eine alteingesessene Klosterneuburgerin sagen, die gerade die Nachricht vernommen hat, dass zwischen Mai und September die Wienerstraße von der Leopoldstraße bis zum Niedermarkt als Einbahn geführt werden soll. Der Grund: Klosterneuburg bekommt von der EVN Fernwärme. Grabungsarbeiten sind erforderlich.

In Zusammenarbeit mit EVN und Stift wurde ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Wärmekonzept für Klosterneuburg entwickelt. Es beinhaltet rund 60 neue Objekte im Naturwärmenetz mit einem Wärmeabsatz von 43 Millionen Kilowattstunden und bedarf einer Neuverlegung von 13 Fernwärme-Rohren in der Stadt. Die Gesamtinvestition beträgt 14 Millionen Euro.

Bauzeit von Mai bis September

Wie aus der Stadtratsitzung voriger Woche durchsickerte, soll der gesamte Verkehr nach Klosterneuburg über die Leopoldstraße und die Obere Stadt geführt werden. Selbst für Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer kam diese Entscheidung überraschend: „Obwohl das Projekt in seinen Grundzügen schon länger bekannt ist und ich das Biomasse-Fernwärmenetz klar befürworte, erfolgte die Beantragung zur einseitigen Aufgrabung der Wienerstraße ab Anfang Mai völlig überstürzt.“ Dass ein Antrag zu so einer weitreichenden Sperre so kurzfristig seitens der EVN eingebracht wurde, sei schlichtweg ein Wahnsinn.

Der Baubeginn werde voraussichtlich auf 8. Mai nach hinten geschoben, ein weiterer Aufschub sei wegen des Schulbeginns im September keine Option. Nun gelte es, schonende Lösungen zu finden. Die Bevölkerung sollte bestmöglich informiert und eine schnelle und bevorrangte Abwicklung des öffentlichen Verkehrs gewährleisten werden. Kehrer: „Menschen, die weniger öffentlichen Platz verbrauchen und Öffis nutzen, müssen dafür sicher und pünktlich transportiert werden.“