Klosterneuburg

Erstellt am 01. August 2016, 12:09

von Christoph Hornstein

„Es wird sicher wieder ein Hotel“. Neue Zukunft: Nachdem der Plan, aus dem Parkhotel ein Flüchtlings-Quartier zu machen, geplatzt ist, sucht der Eigentümer wieder Pächter.

Scheint aus dem Rennen um das Parkhotel Klosterneuburg zu sein: Hotelier Bernd Hinteregger, der das Hotel seit 2011 geführt hat.  |  NÖN

Das Parkhotel in Klosterneuburg hat trotz seiner jungen Jahre eine bewegte Geschichte. Jetzt soll es wieder das erste Haus in Klosterneuburg werden.

Das damalige Park Inn Hotel wurde mit hohen Fördergeldern erbaut und erlebte aber bald darauf seinen Niedergang: Erst als Vorzeigeprojekt gefeiert, ging das „Park Inn“ nach ein paar Monaten Vollbetrieb in Konkurs. Als Konkursbetrieb wurde es dann interimistisch von Bernd Hinteregger weitergeführt.

Nach dem Verkauf an die „In der Au Residence GmbH“ bekam Hinteregger einen Pachtvertrag, allerdings immer nur für ein Jahr. Dann flatterte die Kündigung des Pachtvertrags auf Hintereggers Schreibtisch. Die neuen Eigentümer – ersteigert haben es zu je 50 Prozent Michael Nicolussi-Moretto und Erwin Bruchard – wollten das Haus als Flüchtlingsquartier vermieten und verhandelten seit Oktober 2015 mit dem Innenministerium.


Flüchtlings-Hotel ist vom Tisch

Die Höhe der Miete wurde lange verhandelt. Der Vorteil dabei aus Eigentümersicht: Man muss sich nicht mehr um die Auslastung des Hotels kümmern. Das Betreiben des Hauses sollte allein Sache des Innenressorts werden. Die Verhandlungen des Bundesministeriums für Inneres mit dem Eigentümer des Parkhotels sind nun beendet.

Laut Pressesprecher Grundböck ist die Idee, aus dem Parkhotel ein Flüchtlingsquartier zu machen, endgültig „vom Tisch“. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager hat sich schon vor zwei Jahren gegen dieses Projekt ausgesprochen.

Schmuckenschlager damals: „Ich bin kein Freund dieser Lösung. Meine Sorge ist nicht in Verbindung mit den Flüchtlingen zu sehen, sondern im Verlust des Hotels als Tourismusstandort. Wir brauchen das Hotel, weil wir touristische Kapazitäten brauchen.“

„Für die Art, wie Bernd Hinteregger das Hotel betreibt, ist das Haus zu hochwertig.“

Michael Nicolussi, Hoteleigentümer

Bernd Hinteregger ist interessiert, das Haus abermals zu führen: „Mein Angebot steht, allerdings zu den gleichen Konditionen wie im alten Pachtvertrag. Mehr kann ich nicht bezahlen“, so der Hotelbetreiber, der sich auf die Weiterführung von Konkurs-Hotels spezialisiert hat.

Neuer Pächter schon im Herbst?

Das sind aber augenscheinlich nicht die Vorstellungen der
Eigentümer. „Wir suchen einen neuen Pächter. Derzeit ist eine Ausschreibung im Gange, die voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein wird. Der Prozess läuft“, verrät Teileigentümer
Michael Nicolussi und verspricht: „Es bleibt auf alle Fälle ein Hotel.“

Eine nochmalige Zusammenarbeit mit Bernd Hinteregger kann sich Nicolussi aber nicht mehr vorstellen: „Für die Art, wie Hinteregger das Hotel betreibt, ist das Haus in Klosterneuburg zu hochwertig.“ Das Hotel ist ein Vier-Sterne-Haus und hat 260 Betten.

Bürgermeister Schmuckenschlager zeigt sich erfreut über die neuen Entwicklungen: „Ich begrüße die neue Nachricht sehr und bin zuversichtlich, dass das Hotel in der Zukunftsstrategie für den Tourismus in Klosterneuburg eine wichtige Rolle einnehmen kann.“ Als Stadtgemeinde werde man bemüht sein, nach deren Möglichkeiten mit den zukünftigen Betreibern zu kooperieren. „Insbesondere ist eine Zusammenarbeit mit dem Happyland naheliegend“, blickt Schmuckenschlager in die Zukunft.