Erstellt am 08. September 2015, 16:32

von Martin Gruber-Dorninger

Gestatten, das ist der „Marillensepperl“. Wolfgang Bäck, Leiter des Stadtarchivs, fand ein Bild und begibt sich nun auf historische Spurensuche.

Josef Konradt ist der »Marillensepperl«. Foto: Gruber-Dorninger  |  NOEN, Martin Gruber-Dorninger
Er ist Historiker und Leiter des Klosterneuburger Stadtarchivs - Wolfgang Bäck. In den letzten Wochen machte er beim Durchwühlen historischer Dokumente einen besonderen Fund - ein Bild vom „Marillensepperl“. Gemeinsam mit Barbara Weiss begab er sich auf Spurensuche und präsentierte nun erste Ergebnisse.

„Ich hatte das Bild auf meinem Schreibtisch liegen, als Bürgermeister Schmuckenschlager plötzlich hereinkam und reges Interesse an dem Porträt eines freundlichen älteren Mannes zeigte“, erinnert sich Wolfgang Bäck. Auf der Rückseite des Gemäldes steht „Marillensepperl“ 1905 und sein richtiger Name, Josef Konradt. Das weckte natürlich das Interesse des Historikers.

Cousin von Bürgermeister Konradt

Gemeinsam mit Barbara Weiss kramte er in alten Geburtsbüchern und fand einiges über den Stammbaum des „Marillensepperls“ heraus. Er lebte von 1829 bis 1909, war Wirtschaftsbesitzer und Kirchdiener in der Pfarre St. Martin. „Gestorben ist er im achzigsten Lebensjahr an Altersschwäche. Obendrein war er der Cousin von Bürgermeister Augustin Konradt, der 1857 bis 1862 und 1867 bis 1870 im Amt war“, erklärt Bäck.

Wie Josef Konradt zu seinem Spitznamen „Marillensepperl“ kam, ist bisher noch nicht klar. „Er war Wirtschaftsbesitzer, da liegt es nahe, dass er einige Marillenbäume hatte und so zu seinem Spitznamen kam“, leitet Bäck her. Das könnte natürlich auch Interesse in der Wachau wecken, denn so einen „Marillensepperl“ hätten die sicher auch gerne.

„Der ,Marillensepperl‘ ist ein Geschenk aus dem Archiv. Wir werden versuchen, mit ihm Obst aus Klosterneuburg gut zu vermarkten, vielleicht schicken wir ihn auch auf Reisen, denn die berühmte Marillengegend Wachau hat bestimmt Interesse an derartigen Werbeträgern“, ist Bürgermeister Schmuckenschlager an Marketingstrategien interessiert. Das Porträt, das bald im Stadtmuseum zu besichtigen sein wird, wurde 1905 von „Zeichner“ Adolf Bernhard gestaltet. „Er hatte seinen Wohnort gleich neben Konradt und war daher Nachbar“, hat sich Bäck auch hier bereits auf die historische Spur begeben.