Klosterneuburg

Erstellt am 19. Juni 2017, 12:55

von NÖN Redaktion

Gestern trifft auf heute im Stadtmuseum . Neue Sonderausstellung über alte Ansichten Klosterneuburgs, neu fotografiert. Vortrag am 27. Juni von Johannes Schönner: „Der Priester an der Seite von Roman Karl Scholz“.

Johannes Schönner hält einen Vortrag über Roman Karl Scholz und das „Sterbebuch des Wiener Landesgerichts“.  |  NOEN, Stadtmuseum Klosterneuburg

Wer angesichts anrückender Hitzewellen eine Alternative zu überfüllten Freibädern sucht, könnte eine kühle Aufenthaltsmöglichkeit in einem wohlklimatisierten Museum vorfinden. Zum Beispiel im Stadtmuseum, dessen in den vergangenen Jahren erneuerte Klimaanlage nun für angenehme Temperaturen sorgt.

Drei Präsentationen – die Dauerausstellung „Es war einmal … – Das Werden der Stadt Klosterneuburg“, die erst dieses Frühjahr mit interessanten Neuerungen wieder eröffnet wurde, sowie zwei Sonderausstellungen, die dazu einladen, Klosterneuburg und die Katastralgemeinden mit neuen Augen zu betrachten – bieten ein abwechslungsreiches Programm. Die viel beachtete Fotoausstellung „Augenblicke zum Verweilen“ von Heinz Zwazl ist am Sonntag zu Ende gegangen.

Gedächtnis an Wänden – Hauszeichen & Tafeln

Seit Mai – und noch bis Herbst – läuft die Schau „Gedächtnis an Wänden – Eine Auswahl an Hauszeichen und Gedenktafeln in Klosterneuburg“. Sie will dazu anregen, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen und diese Zeichen der Erinnerung, mit denen oft interessante (Lebens-)Geschichten verbunden sind, zu beachten.

Eine weitere Sonderausstellung wird demnächst eröffnet: Ab 24 Juni – ebenfalls bis Herbst – kann man sich auf „Spurensuche“ begeben. Ausgewählte Grafiken und Gemälde aus der Sammlung des Stadtmuseums zeigen mehr oder weniger bekannte Ansichten unserer Stadt aus vergangenen Zeiten.

Mit Kamera und Stativ ausgestattet hat sich Wolfgang Gonaus aufgemacht, diese Motive möglichst genau nachzufotografieren. Das Resultat: Einiges ist seit Jahrzehnten beinahe unverändert geblieben. Bei anderen Bildern wiederum passt der Titel „Spurensuche“ exakt. Nur bei genauem Hinsehen erkennt oder erahnt man, was sich in unsere Zeit „herübergerettet“ hat.

Öffnungszeiten: Samstag 14-18 Uhr, Sonn- und Feiertag 10-14 Uhr, weitere Information unter stadtmuseum.klosterneuburg.at.

Zudem wartet das Stadtmuseum noch mit einer interessanten Veranstaltung auf: Am Dienstag, 27. Juni hält Johannes Schönner um 19 Uhr den Vortrag „Der Priester an der Seite von Roman Karl Scholz – Das Sterbebuch des Wiener Landesgerichts und seine Schicksale“.

Psychothriller „Im Schatten des Schafotts“

Der Gefangenenseelsorger Eduard Köck, der von 1934 bis 1949/50 bei über 400 Exekutionen im Landesgericht anwesend war – unter anderem bei Scholz –, führte ein Sterbebuch, in dem persönliche Leidenssituationen, Umstände der Inhaftierung und der Hinrichtung erfasst wurden. Dieses „document de memoire“ befindet sich bis heute im Besitz der Gefangenenseelsorge im Wiener Landesgericht.

Abwechselnd zu historischen Entwicklungen und Dokumenten liest Hannes Schönner aus seinem Roman „Im Schatten des Schafotts“. Als Pfarrer im Gefängnistrakt des Landesgerichts betreut der geschichtlich verbürgte Geistliche in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs Todeskandidaten vor ihrer Hinrichtung. Was wie ein weiteres Begleiten zum Schafott beginnt, wird plötzlich zu
einem Psychothriller hinter Kerkermauern. Alle wesentlichen Elemente des Romans basieren auf wahren Begebenheiten.

Am Abend der Veranstaltung wird das Original-Sterbebuch im Museum zu sehen sein. Ab 18 Uhr kann die Ausstellung „Gedächtnis an Wänden“ besucht werden. Eintritt 5 Euro, Anmeldung unter 02243/444-393 erforderlich.