Klosterneuburg

Erstellt am 19. Juli 2017, 05:59

von Christoph Hornstein

Mehr Grün für die Stadt?. Nach abgelehntem Antrag bittet PUK um Mithilfe der Bürger. Honeder (VP): „Wollen Konkretes.“

Ungebremste Verbauung verdrängt Grünflächen in der Stadt. Die PUK ist mit Grundsatzbeschluss abgeblitzt.  |  NOEN, Hornstein

Dass jeder Quadratmeter Freifläche in Klosterneuburg verbaut wird, findet bei den Bürgern der Stadt wenig Billigung. Dass damit auch die Grünflächen weniger werden, bringt bei der letzten Gemeinderatssitzung die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) auf den Plan. Mit einem Dringlichkeitsantrag soll sich der Gemeinderat grundsätzlich dazu verpflichten, ungenutzte Flächen im öffentlichen Raum zu Grünflächen umzufunktionieren und im besten Fall Bäume darauf zu pflanzen. Der Antrag wurde mit den Stimmen der ÖVP/SPÖ-Regierung abgelehnt.

Nach Beobachtungen der PUK-Mandatare werden immer öfter stattliche, alte Bäume im Rahmen von Baustellen beschädigt und im Anschluss gefällt, als Ersatz muss der Verursacher nur einen Jungbaum pflanzen. „In Straßenräumen, in denen im Sommer die Luft aufgrund der flächendeckenden Versiegelung des Bodens deutlich heißer ist als im Grünraum, fehlen dann Grünräume und Bäume zur Verbesserung des Mikroklimas“, begründet Stadtrat Johannes Kehrer die Sorge der PUK.

„Dass der Bürgermeister sagt, ich soll das Thema im Ausschuss behandeln, ist absurd. Hier werden Entscheidungen im Kreis geschickt“. PUK-Stadtrat Johannes Kehrer

Angesichts von Verbauung und Verdichtung im Zentrum sollten öffentliche Räume Funktionen des Grünraums übernehmen.

Neben dem Bekenntnis und der Erarbeitung eines Konzepts konkreter Maßnahmen in den zuständigen Ausschüssen beantragte die PUK die Überarbeitung der Baumschutzverordnung. „In Wien muss man pro 15 Zentimeter Stammumfang des gefällten Baums einen Jungbaum pflanzen, in Klosterneuburg pro Baum – egal wie mächtig – nur einen Jungbaum. Dass ein Jungbaum aber die Kapazität eines 80 Jahre alten Kastanienbaums erlangt, wird dann erst unsere Enkelgeneration erleben“, führt PUK-Gemeinderat Stefan Hehberger aus.

Grünflächen durch ÖVP und SPÖ verhindert?

Doch die ÖVP/SPÖ-Stadtregierung konnte mit dem Antrag anscheinend nichts anfangen. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Stadtrat Ronald Honeder lehnten den Antrag ab. Die ÖVP wollte den Antrag zur weiteren Bearbeitung in den Ausschuss verweisen. „Grundsätzlich sind wir keineswegs gegen den Vorschlag von Stadtrat Kehrer“, beteuert Stadtrat Roland Honeder (ÖVP), nur müsse er einen vernünftigen Vorschlag machen. Es ginge nicht an, das jeder Stadtrat, bevor etwas im Ausschuss behandelt wird, im Vorfeld einen Dringlichkeitsantrag einbringe.

Bevölkerung gefragt

„Diese Ablehnung kam für mich völlig überraschend“, so Stadtrat Kehrer. „Dass der Bürgermeister sagt, ich soll das Thema im Ausschuss behandeln, ist absurd, hier werden Entscheidungen im Kreis geschickt“, ärgert sich Kehrer.

Doch die PUK lässt sich nicht abwimmeln. Das Konzept für ein konkretes Maßnahmenpaket soll erarbeitet werden, Flächen, denen eine Begrünung oder Baumpflanzung guttun würden, sollen identifiziert werden. Dazu bittet die PUK aufmerksame Bürger um Vorschläge und Anregungen, wo ungenutzte, zuasphaltierte Flächen auf Begrünung warten.

Mehr Stimmen zu diesem Thema finden Sie in der aktuellen Printausgabe der NÖN Klosterneuburg.

Umfrage beendet

  • Braucht die Stadt mehr Grünflächen?