Klosterneuburg

Erstellt am 19. Oktober 2016, 05:00

von Christoph Hornstein

Nach Sanierung: Alles happy im Happyland?. 2012 gab‘s das Budget. 2017 ist es fertig. Jetzt wurde Bilanz gezogen. Nicht alle sind zufrieden.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Geschäftsführer Stefan Konvicka, Armin Kubat und Clemens Köhler von der Projektsteuerung KPP Consulting und Planer Thomas Jedinger (v.l.) zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis des Happyland-Umbaus.  |  NOEN, Hornstein

Nachdem der Happyland-Umbau sein offizielles Ende gefunden hat, wurde von den Verantwortlichen und Ausführenden Bilanz gezogen. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager: „Wenn man die paar Sachen, die passiert sind, aneinanderreiht, glaubt man, die Baustelle Happyland pfeift aus dem letzten Loch.“ Dem soll mit Aufklärung entgegengewirkt werden.

Die Klosterneuburgerin Katrin Liebhart ist verärgert und unzufrieden mit dem Ergebnis der Happyland-Sanierung  |  privat

Für den Planer des Architekturbüros Maurer, Thomas Jedinger, stellte diese Baustelle eine besondere Herausforderung dar. Vor allem der Umbau bei laufendem Betrieb verlangte ein hohes Maß an Koordination, Abstimmung und auch Kostenplanung. Es gab viele „Inselbaustellen“ innerhalb der Happyland-Baustelle. Jedinger: „Es wäre natürlich einfacher gewesen, man hätte zugesperrt. Aber das ist die Vorgabe gewesen.“

2012 wurde das Budget erstellt: 14 Millionen Euro. Gekostet hat es in Wirklichkeit 15 Millionen. „Alleine 700.000 Euro hat uns die Steigerung der Baupreise davon gekostet.“ Bei so einem Umbau könne man zu Beginn nur schwer abschätzen, ob das Budget halten würde.
Armin Kubat von der Projektsteuerung KPP: „Die Genauigkeit über Kosten steigt mit jedem Planungsabschnitt. Erst am Ende weiß man es ganz genau.“ Die Ungenauigkeit könnte am Ende dann bis zu 40 Prozent auf und ab liegen.

Mehr Besucher als vor der Baustelle

In welcher Form man die Ausschreibung macht, wurde ebenfalls genau überlegt. Man entschied sich schließlich für eine Einzelvergabe aller Gewerke.

Jedinger: „Obwohl die Beauftragung an einen Generalunternehmer einfacher gewesen wäre. Aber der Generalunternehmer kalkuliert sein Risiko ein, daher ist er teurer.“ Bei der Einzelvergabe werde das bezahlt, was geleistet wurde.

Happyland-Geschäftsführer Stefan Konvicka sieht das Ergebnis des Umbaus auch in positivem Licht. „Es gab viele Gäste, die für den Umbau Verständnis hatten, aber auch einige, die sich querlegten. Das neue Happyland gefällt aber doch vielen.“ Es sei klug gewesen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Man hätte bei einer Sperre Ersatzplätze für die Vereine finden müssen. Ein sehr schweres Unterfangen, und die Hauptkosten wären weitergelaufen, ohne Einnahmen.

 „Es gab viele Gäste, die für den Umbau Verständnis hatten, aber auch einige, die sich querlegten.“

Stefan Konvicka, Geschäftsführer Happyland 

Natürlich habe es auch einige unangenehme Überraschungen gegeben. So stellte man beim Aushub verunreinigte Erde fest, das Geländer im Bad hatte plötzlich zu rosten begonnen, und das Wasser färbte sich durch die neue Filteranlage braun. All diese Mängel seien nun aufgeklärt oder würden von den Firmen noch beseitigt.

Konvicka zeigt sich auch über die neuen Besucherzahlen glücklich: „Wir haben jetzt mehr Gäste als vor dem Umbau. Auch in der Sauna.“ Auch der neue Eintrittspreis von 9 Euro für das sanierte Happyland wird von Konvicka verteidigt. So koste der Eintritt in das Bad in Tulln 10,50 Euro und in Kor-neuburg auch 9 Euro. „Das Angebot ist dort aber bei Weitem nicht so groß wie in Klosterneuburg“, so Konvicka.

Das Happyland ist nahezu fertig. Es fehlen nur noch Kleinigkeiten wie Beschilderung, ein paar Dekorationen, Möbel und Bilder – also nur gestalterische Elemente. Bürgermeister Schmuckenschlager abschließend: „Wir decken mit dem Happyland eine große Bandbreite ab. Ein Service für Schulen und Vereine.“

Dauergast zeigt sich sehr unzufrieden

„Es reicht!“ Für Katrin Liebhart, langjährige Happyland-Besucherin, geht nach dem Happyland-Umbau vieles schief. Dabei ist das Freizeitzentrum für sie immer das zweite Wohnzimmer gewesen. Die Preiserhöhung will sie so nicht hinnehmen. 5 Euro für zwei Stunden Schwimmen – das scheint ihr zu viel zu sein: „Ich zahl das doch nicht, vor allem wenn das

Becken nach der Renovierung schlimmer aussieht als zuvor. Will das Happyland bald zusperren?“

Katrin Liebhart ist eine Stammkundin und kommt bis zu vier Mal in der Woche ins Happyland. Eigentlich ist sie gerne da, spielt regelmäßig Tennis, geht auch jede Woche klettern, und eigentlich auch gerne schwimmen. „Da mach ich aber nicht mehr mit. Wo soll denn das hinführen? Ich lasse schon so viel Geld im Happyland liegen. Nicht einmal ein Angebot für eine Jahreskarte gibt es.“ Selbst beim Klettern gäbe es Jahreskarten für Stammkunden.

Beim Tennis dürfe man noch immer, um auf Platz 6 spielen zu können, vom Umkleideraum um alle Plätze herum gehen, damit man nicht durch die Kälte gehen muss. Liebhart: „Na, wer sich die Konstruktion einfallen hat lassen, würde mich wirklich interessieren.“

Die Duschen der Frauen wären nur über das Sportbecken zu erreichen, und man müsse, nur mit einem Handtuch bekleidet, wieder am Sportbecken vorbei. Und das Wasser in der Dusche laufe nur 22 Sekunden.

Preis ist dem Umland angepasst

Mit all den Vorwürfen konfrontierte die NÖN Geschäftsführer Stefan Konvicka. „Vor dem Umbau haben zwei Stunden Schwimmen 4 Euro gekostet. Der Grund für die Erhöhung ist nicht nur der Umbau, sondern die Steigerung der Mehrwertsteuer von 10 auf 13 Prozent und die Indexanpassung seit 2013“, verteidigt Konvicka den Preis. Im Vergleich mit anderen Bädern läge man gut. So zahlt man in Tulln 10,50 Euro und in Korneuburg auch 4 Euro.

Es stimme, dass es keine Jahreskarte gäbe. Sollte sich aber herausstellen, dass es einen erhöhten Bedarf dafür gibt, werde man sich etwas überlegen. Dafür gäbe es aber die vergünstigte Familienkarte.

Der längere Weg von den Umkleidekabinen beim Tennis ist auch für Konvicka ein Faktum. Aber das sei gesamtplanerisch nicht anders möglich gewesen.

Den Vorwurf, Frauen müssten mit dem Handtuch nach dem Duschen wieder am Sportbecken vorbei, läßt der Geschäftsführer aber nicht so im Raum stehen: „Das verstehe ich nicht. Es gibt sowohl beim Sportbecken als auch beim Wellen-becken Damen- und Herrenduschen.“ Dass die Duschen nur 22 Sekunden Wasser spenden, wird laut Konvicka überprüft: „Da arbeiten der Architekt und die ausführende Firma an der Verbesserung der Situation.“

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