Klosterneuburg

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:59

von Martin Gruber-Dorninger

Pionierviertel: So schaut’s aus. Steuerungsgruppe bringt Plan bei Ausschuss ein. Nun geht es an die Verhandlungen.

Der Plan für das neue Pionierviertel steht. Die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer, dem Stift Klosterneuburg, sind ebenfalls gut gelaufen.  |  NOEN, Stadtgemeinde Klosterneuburg

Der Klosterneuburger Gemeinderat beauftragte bereits 2015 in einer Sitzung eine sogenannte „Steuerungsgruppe“, sich mit dem Thema „Gestaltung und Grobplanung des Kasernernareals“ zu befassen. Das Besondere daran: Die Bevölkerung hatte im Zuge eines kooperativen Planungsprozesses die Möglichkeit mitzuarbeiten. In der Steuerungsgruppe waren auch alle Parteien vertreten, mit Ausnahme der FPÖ und der Liste Hofbauer, die darauf verzichteten. Nun wird das Ergebnis dem Ausschuss für Stadtplanung vorgelegt und soll Ende Juni vom Gemeinderat beschlossen werden. Die NÖN wollte erste Ergebnisse in Erfahrung bringen.

„Wir hatten den Auftrag, dass qualitätssichernde Maßnahmen aus dem städtebaulichen Leitbild in den Verhandlungen umgesetzt werden. Dies ist uns sehr gut gelungen“, ist Stadtrat Christoph Kaufmann (ÖVP) begeistert, der auch von harten, aber fairen Verhandlungen mit dem Grundeigentümer, sprich Stift Klosterneuburg, spricht. „Vor allem beim Bildungscampus ist uns eine große Lösung gelungen“, so Kaufmann.

Schulcluster und leistbares Wohnen

Auch für Karl Schmid (SPÖ) hat sich der ganze Prozess sehr positiv gestaltet. „Die Stadt behält wesentliche Rechte mit

einem Schulcampus und anderen freien Planbarkeiten.“ Dabei soll auch leistbares und barrierefreies Wohnen umsetzbar sein.

Johannes Kehrer (PUK) zeigt sich etwas vorsichtiger: „Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, denn was wir hier beschließen, ist nur eine Absichtserklärung um den Verhandlungsstand mit dem Stift zu fixieren.“ Der Planungsprozess laufe hingegen toll. Besonders freut sich Kehrer über die Vision des in sich autofreien, umweltfreundlichen Stadtteils. „Das hat maßgeblich die PUK initiiert“, ruft Kehrer in Erinnerung.

Sepp Wimmer (Grüne) ist mit dem, was herausgekommen ist, zufrieden. „Doch das ist für uns nur die zweitbeste Lösung. Die Stadt hätte die Gründe kaufen sollen und nicht dem Stift überlassen. Nun müssen wir verhandeln, wo wir eigentlich freie Hand gehabt hätten“, so Wimmer.

Den Plänen und Verhandlungen kann auch Walter Wirl (NEOS) einiges abgewinnen: „Vor allem, weil die Erdgeschoß-Flächen den Unternehmen Klosterneuburgs zur Verfügung gestellt werden. Ich hoffe, dass diese Chance genutzt wird und wir damit ein belebtes neues Stadtviertel bekommen.“

Büroräume zu günstigen Bedingungen

Wirls Wunsch wäre es, für Jungunternehmer „Shared Office Space“ zur Verfügung zu stellen – Büroräumlichkeiten, die zu günstigen Bedingungen an Startups und EPUs vermietet werden können. „Ich möchte, dass es dort wurlt“, hat Walter Wirl eine klare Vorstellung.

Die nächsten Schritte sind, das Leitbild in einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan zu übertragen und dann einen Architekturwettbewerb zu starten.