Erstellt am 22. September 2015, 16:22

von Jutta Hahslinger

Teenie schwärzte Vater an. Griff in Ladenkasse des Vaters bringt 17-Jährigem eine Dachtel ein. Erzürnt marschiert der verärgerte Sohn zur Polizei und erzählt von Misshandlungen. Nun stand Familie vor Gericht.

Richter Rainer Klebermaß gab dem 17-Jährigen eine letzte Chance.  |  NOEN, NÖN
Großzügig zeigte sich ein Betreiber eines Imbissstandes in Klosterneuburg gegenüber den Freunden seines 17-jährigen Sohnes. Er drückte schon einmal ein Auge zu, wenn eine Gratisjause über den Tresen ging.

Als der Sohnemann dann aber auch noch Geld verlieh, das er zuvor ungefragt aus der Ladenkasse genommen hatte, wurde es dem Geschäftsmann allerdings zu bunt. Als der zur Rede gestellte 17-Jährige weder Einsicht noch Reue zeigte und freche Antworten gab, rutschte dem aufgebrachten Vater die Hand aus.

Die Dachtel ließ der verärgerte Teenager nicht auf sich sitzen. Er marschierte verärgert zur Polizei und diffamierte den Vater als Gewaltmenschen, der ihn misshandle. Es stellte sich aber schnell heraus, dass der Teenager den Vater nur aus Rache angeschwärzt hatte.

40 Stunden Arbeit für Falschaussage

Für die Falschaussage bei der Polizei wurde der 17-Jährige zu 40 Stunden gemeinnütziger Leistung verdonnert. Die der Teenager aber nie erbrachte: Somit wurde das auf Eis gelegte Strafverfahren wieder aktiviert und aufgenommen.

Er könne einen Termin vereinbaren, müsse aber nicht, habe man ihm mitgeteilt, erklärt der Teenager vor Gericht, warum er sich nicht um die Erledigung der Strafarbeit gekümmert habe.

„Sie haben die Bedeutung und den Sinn einer Diversion offensichtlich nicht erfasst. Ich gebe Ihnen eine letztmalige Chance, die 40 Stunden Strafarbeit zu erbringen“, meint Richter Rainer Klebermaß zu dem sichtlich noch sehr unreifen Burschen. Mahnende Abschlussworte des Richters zum Teenager: „Was immer man Ihnen bei Neustart sagt, machen Sie auf Punkt und Komma, ohne zu nörgeln.“