Klosterneuburg

Erstellt am 01. Oktober 2017, 05:38

von Martin Gruber-Dorninger

Thomas Kiennast: „Mehr Mediator als Kameramann“. Der Klosterneuburger Thomas Kiennast wirkte in Filmen wie „Das finstere Tal“ oder bei Tatort-Produktionen mit.

Der Klosterneuburger Kameramann Thomas Kiennast ist spätestens seit dem Film „Das finstere Tal“ auch einem breiten Kinopublikum ein Begriff.  |  NOEN, Robert Stopfer

Wer zu Hause gemütlich vor dem Fernseher sitzt und eine Episode eines Tatorts sieht, der betrachtet womöglich gerade das Machwerk eines Klosterneuburgers. Thomas Kiennast ist Kameramann und hat schon in wirklich bedeutenden Produktionen mitgemacht.

„Die Hauptaufgabe eines Kameramanns ist insgeheim ein Mediator zu sein und zu versuchen den Regisseur, die Schauspieler und überhaupt alle am Set harmonieren zu lassen. Der Rest ist die Bedienung der Kamera“, gibt Thomas Kiennast der NÖN einen kleinen Einblick in seine Arbeit.

Seine Tätigkeit vergleicht er mit der eines Malers, denn „ich betrachte das Gesamtbild bei einer Einstellung und die muss für mich stimmig sein und auch eine Stimmung wiedergeben oder gar erzeugen.“ Bitter sind Momente, in denen der Cutter mit der Schere kommt und aufwendige Szenen scheidet. „Ja, da muss man einmal tief durchatmen, wenn recht teuer produzierte Szenen unterschnitten werden“, hat Kiennast schon alles erlebt.

Künstlerisches Talent liegt in der Familie

In den heimischen Kinos ist er erst kürzlich mit „Das finstere Tal“ zu sehen gewesen. Für ihn ist jede Art von Format willkommen. „Die Mischung macht es aus und nur dadurch kann man sich verbessern“, so Kiennast, der aus einer sehr künstlerischen Familie kommt. Beispielsweise ist Vater Erwin Kiennast jedem Musikliebhaber ein Begriff. „Natürlich will man seine Eltern auch mit seiner Arbeit beeindrucken“, zeigte sich in der Kindheit schnell eine Affinität zur Kamera und zum Künstlerischen.

Klosterneuburg empfindet Kiennast als ein gutes Pflaster für Filmschaffende. „Das ist eine Art Hotspot in Österreich“, spielt er auch auf Oscargewinner Stefan Ruzowitzky an, der in der Babenbergerstadt heimisch ist. Ein Übriges trägt auch die „Shortynale“ in Klosterneuburg dazu bei. „Eine wunderbare Veranstaltung. Ich hoffe, ich darf einmal in der Jury sitzen“, so Kiennast.