Erstellt am 27. April 2016, 06:04

von Martin Gruber-Dorninger

Klosterneuburg?. Die NÖN erkundigte sich über Planungen der Stadtgemeinde und fixe Bauvorhaben.

Andreas Gahleitner, Wirtschaftsdirektor Stift Klosterneuburg, Johannes Kehrer, Stadtrat für Verkehr, Architekt Christian Frömel, Peter Neubauer, Baudirektor-Stellvertreter, Architekt Wolfhard Lenz, Gemeinderat Walter Wirl, Andreas Leiss (v.l. stehend), Stadtrat Christoph Kaufmann, Victoria McDowell, Baudirektor Manfred Fitzthum und Stadtplaner Jochen Schmid (v.l. sitzend) schauten sich Stadtmodelle in der Schweiz und Deutschland an  |  NOEN, zVg

Für jeden Stadtplaner ist derzeit Klosterneuburg ein regelrechtes „Eldorado“. Am ehemaligen Kasernengelände im „Pionierviertel“ entsteht ein neuer Stadtteil. Doch nicht nur diese Liegenschaft ist spannend, auch der geplante Ankauf des Bezirkshauptmannschafts-Gebäudes und die Nachnutzung des jetzigen Rathauses. Am Stadtplatz soll sich in nächster Zeit auch etwas tun. Die NÖN sprach mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Immobilienverwaltung, Roland Honeder, und berichtet über einen städtischen Lehrausflug in die Schweiz.

Neuer Eigentümer am Stadtplatz?

Bei den Gebäuden am Stadtplatz, in denen derzeit noch die Volksbank und die Wien-Energie untergebracht sind, könnte sich in nächster Zeit etwas tun. Es geht das Gerücht um, dass ein geschäftlicher Abschluss
eines Käufers bevorsteht. „Die Stadtgemeinde ist es dieses Mal nicht“, scherzt Roland Honeder.

Sehr wohl aber zeigt Klosterneuburg Interesse am Kauf des Bezirkshauptmannschaftsgebäudes. Darin sollen Büroräume für die Stadtverwaltung Platz finden, und das neben einer
Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Tulln. „Wir überlegen uns derzeit eine Nachnutzung für den Rathaus-Komplex und zusätzlich die Verwertung gemeindeeigener Grundstücke in der Stadt“, verrät Honeder.

Dabei soll der historische Teil aber im Besitz der Stadtgemeinde bleiben. „Die Adresse Rathausplatz 1 ist ein Teil der Identität der Stadt, die wird sicher nicht privat verwertet. Außerdem soll auch die Babenbergerhalle in öffentlicher Hand bleiben“, so Honeder. Für die beiden Mittelteile kann sich Honeder jedoch Vermietung oder sogar Verkauf vorstellen.

Verwertung von Immobilien ist Erfolg

Die Verwertung gemeindeeigener Immobilien zeigte zuletzt großen Erfolg. „In der Dietrichsteingasse haben wir zuletzt unser Verkaufsziel übertroffen“, erklärt Honeder. Das könne er sich auch für weitere Liegenschaften vorstellen, die beispielsweise durch die Zentralisierung des Wirtschaftshofes am Kasernenareal frei werden.

„Die Stadtgärtnerei wurde praktisch schon umgesiedelt. Weitere Gebäude werden frei. In einigen sind wir eingemietet, das spart uns zusätzlich Kosten“, ist Honeder überzeugt. Bezüglich des Essl-Gebäudes will sich Honeder nicht äußern, da dies nicht Angelegenheit der Stadt sei. „Wir bieten dem Eigentümer aber jedwede Hilfe seitens der Stadtgemeinde an, die er benötigt“, verspricht Honeder.

Anschauen, wie es gehen kann

Für die Entwicklung des Kasernenareals fand sich eine Klosterneuburger Expertentruppe zusammen, die sich auf Exkursion begab. Die von der Stadtplanung der Stadtgemeinde organisierte Exkursion zu sogenannten „Best-Practice-Beispielen“ in Deutschland und der Schweiz wurde ein voller Erfolg, wie bei der letzten Gemeinderatssitzung betont wurde.

Es war das Ziel, anschauliche Beispiele zu geben und damit fundiertes Know-how nach Klosterneuburg zu holen. Die Delegation von elf Personen, bestehend aus Architekten, Stadtplanern, Politikern sowie Vertretern des Chorherrenstifts Klosterneuburg und der Stadtverwaltung, absolvierte in zwei Tagen ein dichtes Programm, um sich fünf bereits umgesetzte Stadtentwicklungsprojekte anzusehen. Die Klosterneuburger wurden vor Ort von den jeweiligen Städteplanern durch die Viertel geführt, Fachvorträge komplettierten die Rundgänge. Besucht wurden die Städte Tübingen (D), Basel und Zürich (CH).

„Wir überlegen uns derzeit eine Nachnutzung für den Rathaus-Komplex und zusätzlich die Verwertung gemeindeeigener Grundstücke.“ Roland Honeder, Stadtrat

Die Projekte waren allesamt große Entwicklungsgebiete, die in den 90er und 2000er Jahren in neue Stadtviertel umgewandelt wurden. Darunter ein Negativbeispiel in Basel, das jedoch von allen Exkursionsteilnehmern als sehr lehrreich eingestuft wurde. Das jüngste Projekt wurde erst 2015 bezogen.