Erstellt am 19. Mai 2016, 05:04

von Christoph Hornstein

Klosterneuburger Bezirksgericht ohne Bezirk?. Dass das Gericht in der Stadt schließt, ist ein Gerücht. Dass das Spital in eine Tagesklinik umgewandelt wird, Tatsache.

Das Team der SPÖ fordert eine Weiterführung des 24-Stunden-Spitals in Klosterneuburg.  |  NOEN, SPÖ

Die verwaltungstechnische Angliederung an den Bezirk Tulln und die Umwandlung des 24-Stunden-Spitals in eine Tagesklinik - das sind die Themen die Klosterneuburg aktuell bewegen.
 

Wen wundert’s, dass im Sog dieser Ereignisse auch noch Gerüchte ihren Weg nehmen. So gingen in den letzten Wochen zahlreiche Mails bei der NÖN ein, deren Verfasser eine Schließung des Klosterneuburger Bezirksgerichts voraussehen. Die NÖN ging der Sache auf die Spur.

„Ein Bezirksgericht ohne Bezirk ist schon etwas Seltsames“, meint Eva Rath in ihrem Schreiben an die NÖN. Außerdem käme ihr der Verkauf des Gebäudes in private Hand und der derzeitige Umbau des Gebäudes verdächtig vor.

Gericht bleibt in Klosterneuburg

Für Rath wäre eine Absiedelung des Gerichts eine unangenehme Sache: „Kein Bezirksgericht mehr in Klosterneuburg bedeutet aber, dass jeder, der am Grundbuch irgendwas wissen oder nachfragen will, nach Tulln fahren müsste“, so die besorgte Klosterneuburgerin, „wobei nach Tulln bekanntlich die Öffi-Verbindungen dürftig sind.“

Jedenfalls im Vergleich zu Wien, und die Fahrt mit dem eigenen Pkw führt auf einer einspurigen Straße durch viele Ortschaften. Dieses Gerücht ist und bleibt auch ein Gerücht“, war aus dem Justizministerium zu hören. Es werde derzeit und auch in Zukunft nicht daran gedacht, das Bezirksgericht Klosterneuburg einzusparen.

SPÖ kämpft um 24-Stunden-Spital

Dass das Landesklinikum Klosterneuburg zu einer Tagesklinik umgewandelt wird, ist aber sicher kein Gerücht, sondern steht knapp vor der Umsetzung. Ab 1. Juli werden dort Patienten nur mehr bis 18 Uhr angenommen. In Notfällen weiß das natürlich die Rettung und fährt das Klosterneuburger Spital gar nicht mehr an.

Der erste Schritt ist mit 1. April schon vollzogen worden. Chirurgische Fachärzte sind von Montagfrüh bis Samstagfrüh anwesend. An Wochenenden und Feiertagen ist keine chirurgische Facharztpräsenz gegeben.

Die SPÖ Klosterneuburg kämpft indes noch immer um das 24-Stunden-Spital. Mit einer Unterschriftenaktion fordert sie den „Fortbestand des Landesklinikums Klosterneuburg als vollwertiges Krankenhaus.“

Die Stadtgemeinde Klosterneuburg soll die Niederösterreichische Landesregierung und alle im Landtag vertretenen Fraktionen ersuchen, die Stadtgemeinde dabei zu unterstützen, den Fortbestand des Landesklinikum Klosterneuburg als vollwertiges Krankenhaus mit ausreichenden Kapazitäten sowohl zur Sicherstellung der notärztlichen Versorgung als auch zur Unterstützung der lokalen Fachärzte zu sichern.

Ist ein zusätzlicher Facharzt notwendig?

Die Sorge um den Abbau des Krankenhauses, lässt die SPÖ zu weiteren Taten schreiten. Sie fordert nämlich einen zusätzlichen Internisten, um die ärztliche Versorgung sicherzustellen, denn trotz der guten Arbeit, die die bereits angesiedelten und hier tätigen Fachärzte leisten, sei eine zusätzliche Kraft, wenn möglich mit kardiologischer Zusatzausbildung, nötig.

Fraktionschef Karl Schmid: „Wir sehen dem drohenden Abbau des Klosterneuburger Krankenhauses schon seit Langem mit großer Sorge entgegen und halten es für unsere Aufgabe, hier entschieden dagegenzuhalten.“

Neben der bereits angelaufenen Unterschriftensammelaktion haben sich die Klosterneuburger Sozialdemokraten an die NÖGKK und an die Ärztekammer für NÖ gewandt und dargelegt, dass es für die Klosterneuburger Bevölkerung und deren medizinischer Versorgung notwendig ist, einen zusätzlichen Internisten unter Vertrag zu nehmen, auch aus Sorge um die Notarztversorgung.

Das Landesklinikum Klosterneuburg lässt wissen, dass „die Umsetzung der operativen Tagesklinik am LK Klosterneuburg ausschließlich die Chirurgie inklusive Unfallchirurgie und Augenheilkunde, nicht jedoch die Fachabteilung für Innere Medizin betrifft.“

Fachärzte für Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Anästhesie stünden auch in Zukunft rund um die Uhr zur Verfügung.