Erstellt am 16. Juni 2016, 07:35

von Martin Gruber-Dorninger

Klosterneuburger fahren günstiger. Verkehrsverbünde stellen Tarife um. Für Pendler nach Wien wird Jahreskarte um 175 Euro billiger werden.

NOEN, .shutterstock/EQRoy

Seit gut zehn Jahren tüftelt der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) an einem neuen Tarifsystem. Durchsichtiger sollte es sein, und die teils willkürlichen Zonen sollten aufgehoben werden. Nun steht es fest und wird ab 6. Juli in die Tat umgesetzt.

Möglich wurde dies durch die Zusammenlegung des VOR und des Verkehrsverbundes Niederösterreich, Burgenland (VVNB). „Profitieren werden vor allem jene Gemeinden und Städte, die sich nahe an Wien befinden. Dort wird es teilweise empfindlich billiger“, spielt VOR-Pressesprecher Georg Huemer auf den Preis der neuen Jahreskarte an, die für diese Gemeinden um 175 Euro günstiger sein wird, auch für Klosterneuburg.

Fahrplan muss nachgebessert werden

Für Verkehrsstradtrat Johannes Kehrer (PUK) hat das lange Warten ein Ende: „Bisher zahlte man für eine Jahreskarte für Klosterneuburg und Wien satte 780 Euro, wobei man für die
Außenzone sogar mehr berappen musste als für ganz Wien.“ Das hat, seiner Meinung nach, Öffi-Nutzer verärgert. Kehrer erhofft sich davon nun noch mehr Zuspruch für die öffentlichen Verkehrsmittel.

Einziger Wermutstropfen beim neuen Tarif aus Klosterneuburger Sicht ist, dass man für eine Fahrt nach Heiligenstadt, ohne in Wien weiterfahren zu müssen, nun 3,40 Euro, anstatt der 2,20 Euro zahlen muss.

Dies hat aber auch eine Kehrseite, denn bereits jetzt sieht Kehrer eine Überlastung der Öffis Richtung Wien. „Der VOR hat mit der Tarifreform A gesagt, doch Stadt und Land müssen jetzt auch B sagen und das Angebot verdichten“, will Kehrer hier die Anstrengungen weiter intensivieren. Dazu hat der Klosterneuburger Gemeinderat bereits einstimmig eine von der PUK eingebrachte und durch Unterschriftenlisten gestützte Resolution an das Land Niederösterreich beschlossen.

VOR-Sprecher Georg Huemer sagte zu diesem Thema auch Gesprächsbereitschaft zu. Er wisse um das Problem: „Je näher der Zug nach Wien kommt, desto voller wird er sein. Dennoch denke ich, dass es ähnlich ist wie die Dichte im innerstädtischen öffentlichen Verkehr.“

Neue Tarife

Jahreskarte für Wien und Klosterneuburg: 605 Euro (bisher: 780).

Monatskarte für Wien und Klosterneuburg: 72,20 Euro (bisher: 89,70)

Einzelticket für Klosterneuburg inklusive Wien: 3,90 Euro (bisher: 4,40)/Einzelticket für Klosterneuburg: 1,70 Euro (bisher: 2,20).