Erstellt am 06. April 2016, 05:54

von Christoph Hornstein

Die zwei Seiten der Gesetze. Christoph Hornstein über die Geschichte um das Kubis-Haus.

Das war eine Geschichte, die uns alle in der Redaktion ein bisschen betroffen gemacht hat. Da hat ein alter Mann sein Leben lang gespart, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen: ein eigenes Haus! Es ist fürwahr bescheiden, mit seinen 35 Quadratmetern, aber es gibt einen kleinen Garten, und was fast 40 Jahre lang nur der Erholung zum Wochenende diente, soll dann in der Pension der schöne Lebensabend sein.

Der Abrissbescheid 2011 traf den Mann wie eine Keule. Er hätte das auch nur verhindern können, wenn er bis zum 31. Dezember 1974 zufällig im Rathaus gewesen wäre und den Ablauf seiner Baubewilligung entdeckt hätte. Also keine Schuld an dem Dilemma.

Es gibt Fälle genug, wo Andere bewusst das Baugesetz umgehen, größer bauen als erlaubt, oder sogar im Grünland Betriebsstätten errichten und führen. Vorsätzlich mit dem Risiko spielend. Jene sollte die Behörde erwischen und mit aller Härte durchgreifen.

Um so schöner aber, dass diese Geschichte mit dem alten Herrn gut ausgegangen ist, weil sich Politiker eingesetzt haben.