Erstellt am 25. Mai 2016, 05:44

von Christoph Hornstein

Es zählte jede Stimme. Christoph Hornstein über die Bundespräsidentenwahl.

Der spannendste Wahlkrimi aller Zeiten zog nicht nur Politikinteressierte in seinen Bann. Ganz Österreich starrte auf die Bildschirme, als der Grüne und blaue Balken in die Höh' fuhren. Das Klosterneuburger Ergebnis überraschte aber nicht sonderlich. In der Babenbergerstadt leben nicht die klassischen FPÖ-Wähler. Eher dann schon FPÖ Parteiobleute, denn hier leben wohlbetuchte Intellektuelle und nicht die mit dem Einkommen kämpfende Arbeiterschaft. Dass hier der Samen einer populistischen Partei nur zaghaft keimt, liegt auf der Hand.

Was aber wirklich überrascht ist die Wahlbeteiligung. Mit österreichweiten 72,7 Prozent und fast genauso viel in Klosterneuburg  – einfach sensationell! Wo ist jetzt die Politikverdrossenheit der Bürger?

Das Duell zwischen Van der Bellen und Hofer war lang und hart, aber es hat vielleicht auch das Interesse an der Politik erweckt. Denn nur ein paar Stimmen haben diese Wahl entschieden. Näher kann man nicht am Puls der Demokratie sein, wenn die eigene Stimme so ausschlaggebend ist.