Erstellt am 10. Januar 2018, 04:35

von Christoph Hornstein

Ein Privatweg, der keiner ist. Christoph Hornstein über die Kennzeichnung des neuen „Selbstmördergasserls.“

Wenn der Verwaltungsschimmel wiehert, stehen wir Bürger oft staunend vor Verbots- und Gebotstafeln, kopfschüttelnd und mit dem Ausdruck des völligen Unverständnisses. So geschehen beim „Privatweg“ beim Interspar-Kreisverkehr.

Nun gut, wir nehmen zur Kenntnis: Der Privatweg ist (entweder oder/oder auch) öffentliches Gut und gehört der Gemeinde. Diese haftet voll für den Weg und alles, was auf ihm geschieht, obwohl auf der Zusatztafel „Benützung auf eigene Gefahr“ steht. Aber ist nicht ein Privatweg das Gegenteil des
öffentlichen Guts und schließt nicht die Zusatztafel „Benützung auf eigene Gefahr“ die Haftung des Eigentümers aus? Kennen Sie sich aus? Ist das zu verwirrend? Oder ist es Ihnen eh wurscht, denn Sie gehen eh dort, wo Sie wollen?

Wahrscheinlich müsste man ein profunder Jurist sein, um diese Spitzfindigkeiten restlos zu verstehen. Aber eine Frage darf schon erlaubt sein: Wenn der Privatweg öffentliches Gut ist, das der Gemeinde gehört, die voll für diesen Weg haftet, warum bitte hat man überhaupt diese Tafel aufgestellt?