Erstellt am 18. August 2016, 05:13

von Christoph Hornstein

Von der Freiheit zur Pflicht. Christoph Hornstein über das Problem der Wahlbeisitzer.

„Stell dir vor es ist Wahl und keiner geht hin“ Man könnte meinen, dieser abgewandelte Spruch gilt dem Problem der Politikverdrossenheit und der damit verbundenen sinkenden Wahlbeteiligung, aber nein, hier geht es um diejenigen, die eine Wahl erst ermöglichen. Denn genügt es bei den Wählern, dass nur einer hingeht, reicht einer bei den Wahlbeisitzern nicht aus. 82 Personen muss in Klosterneuburg jede Partei nennen, die sich für ein paar Euro den ganzen Sonntag hinsetzen und Stimmen auszuzählen.

Wäre ja nicht das Problem, aber wenn man Gefahr läuft, bei einem Fehler von der Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt zu werden, hört sich der Spaß für viele auf.

Da ist das Modell, von der Quasi-Freiwilligkeit auf eine Staatsbürgerpflicht umzusteigen, recht griffig. Alle zehn Jahre flattert dann ein eingeschriebener Brief in den Haushalt jedes Österreichers mit der Aufforderung, seine Pflicht als Staatsbürger zu tun.

Und wem dieser Einsatz für freie demokratische Wahlen zu groß ist, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.