Erstellt am 20. Januar 2016, 05:43

von Claus Stumpfer

Teigl sucht den Wimpernschlag. Rund zehn Jahre lang tüftelt der Purkersdorfer Leichtathletik-Guru Kurt Teigl, der selbst ein olympisches Bobrennen in Calgary bestritten hat, schon herum, wie er Österreichs Bobsport neues Leben einhauchen kann. Immer wieder gab es in dieser Zeit ermutigende Signale, doch am Ende sind bislang alle Träume bei Großereignissen wie Seifenblasen zerplatzt.

Rund zehn Jahre lang tüftelt der Purkersdorfer Leichtathletik-Guru Kurt Teigl, der selbst ein olympisches Bobrennen in Calgary bestritten hat, schon herum, wie er Österreichs Bobsport neues Leben einhauchen kann. Immer wieder gab es in dieser Zeit ermutigende Signale, doch am Ende sind bislang alle Träume bei Großereignissen wie Seifenblasen zerplatzt. 

Ausgerechnet vor der Heim-WM im Februar in Igls schaut es aber richtig gut aus. Teigl hat sich mit seinem Leistungszentrum Ost einerseits auf die Jugend konzentriert, für die er in allen Sportarten als Lehrer immer schon ein begnadetes Händchen hatte, und andererseits wurde von ihm das komplette österreichischen Frauennationalteam mit dem Tiroler Pilotentalent Christine Hengster ins Bobleistungszentrum Ost in St. Pölten gelotst.

Als nächsten Schritt hat Teigl dafür gesorgt, dass ein konkurrenzfähiger Schlitten angeschafft werden konnte, und dann wurde erstmals seit Jahren einem einzigen Paar vertraut. Sukzessive steigerten sich Hengster und Anschieberin Sarah Dekker — nun stehen sie vor ihrem ersten Weltcupsieg. Nur 16 hundertstel Sekunden haben am Wochenende gefehlt. Es wäre fast kitschig, würde Teigl den letzten Wimpernschlag einer Sekunde zu Gold ausgerechnet bei der Heim-WM finden.