Erstellt am 20. April 2016, 05:44

von Christoph Hornstein

Wenn der Frühling juckt. Christoph Hornstein über Mist-Sammelaktionen in Klosterneuburg.

Wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen, passiert in den Körpern der Menschen Absonderliches. Nicht nur das Ziehen in den Lenden ist ein unverkennbares Zeichen des Frühlings, auch der Drang, den langen Winter einfach wegzuputzen. Es ist das hellere Licht der Frühlings-Sonnenstrahlen, die uns den über den Winter angesammelten Dreck erkennen lassen. Das Putzteuferl ist erwacht!

Man kann ja sagen, was man will, und manche Menschen belächeln es auch, wenn honorige Gemeinderäte mit willigen Bürgern Putzkommandos bilden und nicht nur wegen der avisierten Abbildung in der Lokalzeitung, sondern auch aus bloßem Idealismus Bäche und die Ufer der Donau vom Winterdreck befreien.

„Eigentlich die Aufgabe der Gemeinde“ sagen die einen, und „Die machen das ja nur, damit sie in die Zeitung kommen“ die anderen, aber genau diese Nörgler sollten einmal einen Mistsack in die Hand nehmen und Schmutz sammeln. Schmutz, den wir selbst alljährlich produzieren, so viel, dass die Gemeinde mit dem Sammeln nicht mehr nachkommt.