Erstellt am 15. September 2015, 16:22

von Christoph Hornstein

Wurscht, was auf der Kutsche steht. Christoph Hornstein über den Kennzeichenfrust der Klosterneuburger.

Da ist ja Einiges zu tun durch die Auflösung des Bezirks Wien Umgebung. Neuorganisation der Bezirkshauptmannschaft, der Blaulichtorganisationen und vieles mehr. Was die Klosterneuburger aber am meisten bewegt? Künftig wird auf ihren Autos statt „WU“ „TU“ stehen.

„Wir wollen nicht mit einer Provinzstadt wie Tulln zusammen sein, denn wir sind eine kleine Weltstadt“, war da unlängst in einem Facebook-Kommentar zu lesen, und das sagt ja wohl alles! Wegen der Identität der Klosterneuburger wär‘s, so der Bürgermeister, und die ganze Stadt ist in Aufruhr. Ja kann das denn sein, dass sich Bürger über ihr Autokennzeichen identifizieren? Die Stadt hat vieles, auf das die Bürger stolz sein können: Stift, Wein, die Stadt selbst und ihre große Geschichte. Aber auf das Kennzeichen?

Oder hätte Landespatron Leopold III. auf seiner Kutsche auch gerne ein eigenes Kloburger Kennzeichen gehabt. Wohl kaum, denn als in Melk Geborener stünde da „ME“ und nicht „KG“ oder „TU“. Dem weltoffenen und großherzigen Herrscher wäre das sicher egal gewesen.