Erstellt am 29. September 2015, 16:22

von Martin Gruber-Dorninger

Kommt jetzt Befragung?. Klosterneuburg eine Statutarstadt oder gar eine Eingliederung in die Bundeshauptstadt? Experte soll Varianten prüfen und das Volk danach abstimmen.

Der Schriftzug »Magistrat«könnte auch bald das Rathaus in Klosterneuburg zieren. Die Stadtgemeinde überlegt derzeit, den Status einer Statutarstadt anzustreben.  |  NOEN, NÖN, bearbeitet König
Der Schmerz der stolzen Klosterneuburger ob der Eingliederung der Babenbergerstadt in den Bezirk Tulln mit Tulln als Bezirkshauptstadt sitzt tief. Die Identität ginge verloren, ein eigenes Kfz-Kennzeichen, könnte da Abhilfe schaffen, sagte Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager vor einigen Wochen.
Die NÖN führte eine Online-Abstimmung auf noen.at durch (Ergebnis siehe oben). Überraschenderweise setzte sich TU knapp vor KN/KG durch. Doch mit eigenem Kennzeichen ist es noch lange nicht getan. Derzeit wird von allen Stadtparteien intensiv darüber nachgedacht, ob es sinnvoll ist, die Sache in die eigene Hand zu nehmen.

Opposition und SPÖ stehen auf dem Antrag

Die Bildung einer Statutarstadt steht im Raum. Dazu berieten Vertreter der Parteien am Montag. Rechtzeitig, um für die kommende Gemeinderatssitzung am Freitag eine gemeinsame Linie zu finden.
Alle Parteien, außer der ÖVP, verfassten daher auch einen Antrag. Darin soll die Stadtgemeinde einen unabhängigen Experten beauftragen, der verschiedene Varianten prüfen lässt. Neben der bereits im NÖ Landtag beschlossenen Version „Klosterneuburg zu Tulln“ sollen auch die Bildung einer Statutarstadt oder eine Angliederung an die Bundeshauptstadt Wien geprüft werden.

Unterstützung für die Variante der Statutarstadt erhält die Idee auch von Matthias Stadler, St. Pöltens Bürgermeister und Präsident des NÖ Städtebundes. „Stadler will sich das im Falle von Klosterneuburg auch durchrechnen lassen“, erklärt Schmuckenschlager.

Die Version, Klosterneuburg in Wien einzugemeinden, ist seit längerem ein dringendes Anliegen von Peter Hofbauer (Liste Hofbauer): „Wir wollen ,cool’ die Vor- und Nachteile geprüft wissen.“
Bürgermeister Schmuckenschlager hat gegen diesen Antrag nichts einzuwenden. Er wolle vor allem einer Initiative vorgreifen. „Die dafür benötigten Unterstützungsunterschriften wären schnell eingebracht“, so Schmuckenschlager.

Er will aber auch nichts überstürzen und alle Varianten sorgsam und emotionslos prüfen lassen. Zumindest will er aber an seinen Forderungen festhalten: „Ich wünsche mir ein gutes Service seitens der Bezirkshauptmannschaft für unsere Bürger und Respekt gegenüber der Klosterneuburger Heimatverbundenheit.“Einen genauen Zeitplan kann Schmuckenschlager noch nicht nennen. „Wünschenswert
wären bereits Ergebnisse vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 20. November“, so Schmuckenschlager. Danach soll der Bürger über die bevorzugte Variante abstimmen können. NÖN-Leser können dies derweil bereits im Internet unter klosterneuburg.noen.at.