Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:32

von Christoph Hornstein

Kostet Happyland jetzt mehr?. Durch unvorhersehbare Mehrleistungen könnten die Renovierungskosten um Million steigen.

Jetzt könnte die Renovierung der Freizeitanlage der Klosterneuburger um eine Million mehr kosten  |  NOEN, Gruber

Besucher und Benützer der renovierten oder neu errichteten Sportanlagen des Happyland zeigen sich immer unzufriedener. Eine Vielzahl von Briefen erboster Tennisplatz-Abonnenten flatterte zuletzt in die NÖN-Redaktion. Zudem macht sich noch das Gerücht in der Stadt breit, die Baukosten würden massiv überschritten. Was ist wahr dran?

Fast täglich Beschwerden

Nirosta-Geländer, das rostet, Badebesuch ohne Wellenbad, Bad-Restaurant noch immer nicht in Betrieb, Tennisplätze unbefriedigend benützbar, Duschen falsch geplant – fast täglich erreichen Beschwerden über das gerade im Umbau befindliche Happyland die NÖN. Jetzt soll es auch noch mehr kosten. „Das stimmt nur bedingt“, so Geschäftsführer Stefan Konvicka. Sofern alles Gewünschte umgesetzt wird, muss man mit knapp unter einer Million Mehrkosten rechnen. Das bestätigte Geschäftsführer Stefan Konvicka im NÖN-Gespräch.

„Im Laufe des Renovierungsprozesses sind neue Aspekte aufgetreten, die nicht geplant werden konnten“, so Konvicka. Seinerseits wird nun eine Liste erstellt, die zur nächsten Beiratssitzung vorgelegt wird.
„Danach ist es eine politische Entscheidung, ob es gemacht wird oder nicht“, lässt Konvicka die Durchführung offen. Konkreter könne er noch nichts sagen.

Für den Grünen Stadtrat Sepp Wimmer eine Bestätigung seiner Kritik: „Wir haben es ja befürchtet, dass die gigantische Summe von 14 Millionen, die die ÖVP in ihr Prestigeprojekt ‚Ausbau des Happylands‘ gesteckt hat, nicht reichen wird.“ Nun werden die Klosterneuburger Steuerzahler für eine weitere Million gerade stehen müssen. Wimmer rechnet mit einer Million Neuverschuldung oder Einsparungen bei anderen Ressorts. „Die junge ÖVP-Generation um Schmuckenschlager hat einen ziemlich lockeren Umgang mit dem Geld der Klosterneuburger“, mutmaßt Wimmer.

Die junge ÖVP-Generation um Schmuckenschlager hat einen ziemlich lockeren Umgang mit dem Geld der Klosterneuburger.“ Sepp Wimmer, Grüne Klosterneuburg

Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) als steter Kritiker des Happyland-Umbaus: „Ich würde gerne eine Abrechnung der bis jetzt erbrachten Leistungen sehen. Aus meiner Sicht ist einiges im Argen, und ich werde mir erlauben, einen Bericht an den Rechnungshof zu schreiben“, so der Gemeinderat. Er vermisse auch die Realisierung der großen Ankündigung der Leistung für die Sportler: „Aus meiner Sicht ist hier nichts geschehen.“ Auch die endgültige Lage der Sportflächen ist Hofbauer unverständlich: „In welchem Gremium wurde beschlossen, dass die Tennisanlage mit der Fußballanlage getauscht wird? Im ursprünglichen Masterplan steht das anders.“

„Tolle Leistung der Projektsteuerung“

Für den zuständigen Stadtrat Martin Czerny (ÖVP) gibt es keinen Grund, Feuer zu schreien. Im Gegenteil: „Warum es zu einer Erhöhung kommt, kann ich noch nicht sagen, denn das wird erst dem Beirat vorgelegt. Aber eine Erhöhung im einstelligen Prozentbereich ist bei einem Umbau in dieser Größe eine tolle Leistung der Projektsteuerung.“ Außerdem vergesse man, dass im Jahr 2012 ausgepreist wurde. Ein Neubau sei wesentlich leichter zu kalkulieren als ein Umbau. Aber vielleicht werden die Mehrarbeiten auch gar nicht umgesetzt: „Ob das überhaupt jetzt gemacht wird, oder später, entscheidet der Beirat.“

Was denkst du darüber? Jetzt abstimmen!