Erstellt am 19. Juli 2017, 05:37

von Victoria Heindl

Bäume sind weg. Die Kritik an den Bauarbeiten bei der neuen Park&Ride-Anlage in Kritzendorf reißt nicht ab. Nun sorgt Baumfällung für neuen Ärger.

Bis vor Kurzem sollten die Bäume bei der neuen Park&Ride-Anlage noch erhalten bleiben.  |  NOEN, Heindl

Die Aufregung um die Erweiterung der Park&Ride-Anlage in Kritzendorf nimmt nicht ab. Der neueste Anlass zum Ärgern sind Bäume, die nun doch gefällt wurden, obwohl der Erhalt der Bäume seitens der ÖBB zugesichert wurde.

„Dass die Bauarbeiten für die Bäume ein Risiko sind, wussten wir schon davor. Dass aber alle Bäume vorab gefällt wurden, ohne andere Optionen in Betracht zu ziehen und ohne entsprechende Ausgleichsmaßnahmen für die prächtigen und großen Bäume anzubieten, ist ein Skandal“, ist PUK-Sprecherin Teresa Arrieta aufgebracht.

Gutachten für und gegen Erhalt der Bäume

Noch vor etwa einem Monat erklärte Stadtrat Johannes Kehrer (PUK) – die NÖN berichtete –, dass die Bäume, die nun überraschend gefällt wurden, erhalten bleiben sollten. Außerdem erhielt die Stadtgemeinde kurz vor der Fällung noch ein Eil-Gutachten, das zwar die Erhaltungswürdigkeit einer Linde infrage stellte, jedoch alle Bäume als grundsätzlich gesund auswies.

Weiters wurde im Gutachten erklärt, dass die erwarteten Eingriffe jedoch zu Wurzelschäden führen könnten, weshalb eine Fällung gerechtfertigt wäre. Auf dieses Gutachten stützt sich auch die ÖBB.

Doch nun wurden vier Bäume gefällt. Die ÖBB stützt sich dabei auf ein Gutachten, das auch der Stadtgemeinde vorliegt.  |  NOEN

„Bei den vier betroffenen Bäumen handelt es sich um Bäume, an denen aufgrund einer Expertenbegutachtung eine entsprechende Bearbeitung durchgeführt wurde“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif.

Aber nicht nur die Fällung der großen Bäume stößt der PUK sauer auf. Denn als Ersatz muss die ÖBB laut Klosterneuburger Baumverordnung nur einen Jungbaum pro gefälltem Baum pflanzen. Mit einem Antrag, dass diese Verordnung geändert werden soll, blitzte die PUK nun im Gemeinderat ab.