Erstellt am 11. September 2015, 08:22

von Victoria Heindl

Viel Lärm vor Baubeginn. Stadtrat Johannes Kehrer (PUK) sieht bei der Wahl des Grundstücks und bei der Vergabe von Planungs- und Vermessungsarbeiten um den neuen Kindergarten eine „schiefe Optik“.

Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer will in alle Richtungen des Verkehrs denken.  |  NOEN, NÖN
In zwei Jahren muss der neue Kindergarten in Kritzendorf bezugsfertig sein. 2016 muss daher mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nun ortet Stadtrat Johannes Kehrer (PUK) eine „schiefe Optik“ bei der Vergabepraxis der Stadtregierung.

Da der Zeitplan für den Bau des neuen Kindergartens sehr eng ist, wurde im Gemeinderat am 3. Juli Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager per Grundsatzbeschluss bemächtigt, Planungsleistungen für einen Vorentwurf und Vermessungsarbeiten in einem geschätzten Ausmaß von 25.000 Euro zu vergeben. Diesen Auftrag erhielt das Architekturbüro „Lenz & Partner“. Gerade darin sieht Kehrer ein Problem, da Wolfhard Lenz bis 2005 stellvertretender Stadtbaudirektor war.

„Ein Bauprojekt dieser Dimension schreit förmlich nach einem Architekturwettbewerb“, kritisiert Kehrer. „Stattdessen erhält der ehemalige Leiter der Behörde Auftrag um Auftrag aus dem Rathaus“, so Kehrer weiter.
„Stadtrat Kehrer vergisst hier wohl seine eigene Geschichte“, kontert Stadträtin Maria-Theresia Eder. Schließlich sei er selbst bei der Firma „Syntax“ beschäftigt gewesen, als diese den Auftrag für den Bau des Feuerwehrhauses in Weidling erhielt.

Mit Bauprojekten Wirtschaft fördern

„Insgesamt finde ich es nicht richtig, dass bei so einem wichtigen Projekt, wo es um das Wohlergehen unserer Kinder geht, trotz korrekter rechtlicher Vergaberichtlinien, wie ja auch die PUK festhält, versucht wird, politisches Kleingeld zu schlagen“, kontert Stadträtin Maria-Theresia Eder. Außerdem versuche die Stadt bei der Vergabe von Aufträgen, immer auch die Wirtschaft in Klosterneuburg zu stärken. „Derzeit ist es ein Kritzendorfer Unternehmen für ein Projekt in Kritzendorf“, so Eder weiter.

Nun sind die zuständigen Ausschüsse mit der weiteren Vorgangsweise beschäftigt.
Auch die Kritik Kehrers, dass der Neubau auf Stiftsgrund entsteht, versucht Eder zu entkräften: Nach jetzigem Verhandlungsstand verlange das Stift für seine Flächen keine Pacht.