Erstellt am 06. April 2016, 05:44

von Christoph Hornstein

Kubis-Haus darf jetzt doch bleiben. 2011 drohte einem Häuschen im Grüntal der Abriss.Fünf Jahre später kann es durch eine Baugesetz-Novelle bleiben.

Im November 2011 hätte niemand darauf gewettet, dass dieses Haus ohne aufrechte Baubewilligung dem Besitzer erhalten bleiben kann. Jetzt ist es aber Faktum: Das Haus bleibt bestehen.  |  NOEN, Hornstein

"Da sehe ich keine Chancen." So lautete im November 2011 die Einschätzung der Bauabteilung des Landes Niederösterreich in Bezug auf den Abbruchbescheid eines 35-Quadratmeter-Häuschens im Kierlinger Grüntal. Die gab es aber doch. Heute darf dieses Haus stehen bleiben. Der Grund: Eine Bau-Novelle macht es möglich.

Mehrere Jahrzehnte benützte Wilhelm Kubis ein Häuschen im Kierlinger Grüntal, um am Wochenende auszuspannen. Dass er das widerrechtlich tat, davon hatte er all die Zeit keine Ahnung. Bei der Errichtung im Jahre 1957 wurde eine „Baubewilligung auf Widerruf“ erteilt. Diese erlosch mit 31. Dezember 1974.

Dagegen hätte er damals ankämpfen müssen, wurde aber davon nie informiert. Fast vier Jahrzehnte hatte niemand etwas dagegen, dass Kubis sein Haus weiter benützte, und er selbst nicht den blassen Schimmer, dass sein Haus dem Abbruch geweiht ist.

Just mit der Golfplatzdebatte (das Haus steht am Rand des damals geplanten Golf-Areals) flatterte ein Abbruchbescheid ins Haus: Innerhalb von sechs Monaten Abriss auf eigene Kosten.

Abriss wegen Golfplatz-Projekt?

Damals wurde gemunkelt, dass es den Golfplatzbetreibern einfach im Weg gewesen sei, was Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager immer wieder dementierte. Er versprach sogar zu helfen, indem er an das Land NÖ ein schriftliches Ersuchen richtete und Denkanstöße für Alternativen gab. Kubis wurde angeraten, Einspruch gegen den Abbruchbescheid zu erheben, um Zeit zu gewinnen.

Das war ein guter Rat, denn mehr als vier Jahre später fruchtete die Bemühung des Bürgermeisters.

Der Lebensabend ist gesichert

Eine Bau-Novelle wurde von der Landesregierung beschlossen, die ein Weiterbestehen des Wochenendhäuschens möglich macht. Wilhelm Kubis – derzeit Pensionist – glücklich: „Jetzt kann ich hier meinen Lebensabend verbringen.“

Auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ist froh, dass diese Sache nun doch ein gutes Ende genommen hat: „Ich bin immer der Meinung, dass man unnötige Härte bei Gesetzen auch abändern muss. Wildes Bauen und das Nichteinhalten von Baugesetzen wird nie toleriert, aber der Verlust einer Baubewilligung wegen Verwaltungsänderungen – das wäre zu viel gewesen.“