Erstellt am 01. Februar 2016, 13:20

von Christoph Hornstein

Lieber Hammer als Nagel. Mit dem Kauf des Heurigen Ockermüller und der Leitung des „Ribisel“ will der erfahrene Gastronom Manuel Hammer neue Akzente in der Lokalszene Kritzendorfs setzen.

Ein Mann der Tat: Manuel Hammer wird Gastro-Kaiser in Kritzendorf.  |  NOEN, Hornstein
Während das historische Gasthaus „Tabery“ geduldig auf die Spitzhacke wartet, um wieder einmal einem neuzeitlichen Wohnblock zu weichen, während das Donaurestaurant nicht nur in einen Tiefschlaf, sondern auch baulich verfällt, während alle Welt vor dem Wagnis Gastronomie warnt und der Rest über die Registrierkasse raunzt, krempelt er die Hemdsärmel auf und packt an: Manuel Hammer heißt der Kritzendorfer, der nun nicht nur in Kritzendorf wohnen, sondern auch arbeiten will.

Hammer ließ schon im November des Vorjahres aufhorchen, als er den Heurigen Ockermüller samt Grundstück kaufte. Derzeit wird fleißig umgebaut und eine Menge Geld investiert, um aus dem urigen Heurigen ein klassisches Wirtshaus zu machen. „Da gibt es natürliches Einiges zu machen, damit man es auch, behördlich genehmigt, als Gasthaus betreiben kann.

 "Ein sehr positiver Mensch"

Im Mai oder Juni wird es dann zu Eröffnung kommen“, so der Gastronom, der vor Optimismus strahlt: „Ich schwimme bewusst gegen den Strom, während alle anderen jammern, denn ich bin ein sehr positiver Mensch“, charakterisiert sich Manuel Hammer selbst.

Seine Sporen hat der Gastronom und Vater zweier Kinder – das dritte ist gerade unterwegs – im Universitätsbräu im Alten AKH verdient. Jetzt will er aber in seinem Heimatdorf tätig werden. „Schon seit Jahren suche ich nach einer Möglichkeit, mich in Kritzendorf selbstständig zu machen. Im Kauf des traditionellen Heurigen Ockermüller glaubt er, sie gefunden zu haben.

„Ribisel“ unter neuer Führung

Aber das genügt dem vor Unternehmungslust strotzenden Gastronomen nicht. Er wird auch das „Ribisel“ im Amtshaus leiten. Seit 28. Jänner ist das „Cafe Ribisel“ zu. Ab 1. März wird wieder aufgesperrt, mit Manuel Hammer als Leiter. Und mit neuem Namen: „Cafe im Amtshaus“ wird es heißen.

Besitzerin Kirstie Riedl wird sich aus dem Kaffeehausbetrieb zurückziehen, ohne jedoch ihre Spuren zu verwischen. „Wir sind langjährige Freunde“, so Hammer, „und ich habe sie auch beraten.“ Ihr englisch-gastronomisches Angebot soll erhalten bleiben, doch mit dem Angebot eines „normalen“ Kaffeehauses erweitert werden. Hammer: „In der Synergie mit dem Gasthaus wird alles viel einfacher. Wir wollen ein klassisches Kaffeehaus draus machen.“

Ribisel“ wurde gewinnbringend geführt

Ökonomische Gründe für den Wechsel gab es laut Manuel Hammer keine. Das „Ribisel“ wurde gewinnbringend geführt. Kritzendorf-Fan Hammer kommt ins Schwärmen, wenn er über seinen Heimatort spricht: „Kritzendorf ist ein Dorf. Genau das ist das Schöne. So nah bei Wien und doch eine Dorfgemeinschaft.“

Deswegen ist Kritzendorf dem erfahrenen Gastronom ein echtes Anliegen: „Es soll in diesem Ort etwas weitergehen, denn gerade in Kritzendorf lebt man eine intakte Dorfgemeinschaft. Wenn da alle zusammenarbeiten, kann das schon etwas werden.“