Erstellt am 22. Juni 2016, 05:10

von Claudia Wagner

Geschwindigkeitskontrolle: Aus für Bleifüße?. Messungen zeigen Überschreitungen von 30 km/h. Gemeinderat Stich (SPÖ) will Radarbox auf der Hauptstraße.

 |  NOEN, VladKol/Shutterstock.com

Aus seinem Fenster beobachtet Gemeinderat Christoph Stich den Verkehr auf der B14. Beim Blick auf die Straße kommt ihm, wie auch vielen anderen Anrainern, ein Gedanke: „Die Autofahrer sind viel zu schnell.“ Eine Geschwindigkeitsmessung bestätigt dieses Gefühl, wie der Gemeinderat bei der Bürgermeisterdiskussion „Offen gesagt“ aufzeigt. Überschreitungen von 30 km/h seien in der 50er-Zone keine Seltenheit.

„Die Autofahrer sind viel zu schnell.“ 

Stich – der im Verkehrsausschuss ist – kennt die genauen Zahlen: „Von St. Andrä-Wördern kommend fahren 85 Prozent mit 81 km/h.“ Gemessen wurde diese Geschwindigkeit bei der Ortseinfahrt auf Höhe der Hauptstraße 199. In die andere Fahrtrichtung fahren die Lenker zwar langsamer, aber immer noch deutlich über die erlaubten 50 km/h. „Hinaus sind es 73 km/h“, so Stich.

Die erste Idee, wie man dem Bleifuß-Problem Herr werden könnte, war ein Fahrbahnteiler vor der Ortstafel. Dort sei aber bereits Ortsgebiet von St. Andrä-Wördern. Aus finanziellen Gründen wurde der Vorschlag verworfen.

Jetzt hat der Maria Gugginger Gemeinderat eine alternative Lösung parat: Er möchte die Raser unter den rund 3.500 Lenkern pro Tag zur Kasse bitten und eine Radarbox aufstellen.


„Von subjektiven Eindrücken, dass das nur die Tullner sind, kann ich nicht sprechen.“ Christoph Stich, Gemeinderat im Verkehrsausschuss

 

Die Schuldigen, die eine solche Maßnahme erst notwendig machen, sind von den „Offen gesagt“-Besuchern prompt gefunden: Pendler aus dem Nachbarbezirk. Dem schließt sich Stich nicht an: „Von subjektiven Eindrücken, dass das nur die Tullner sind, kann ich nicht sprechen.“

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ist von dem Vorhaben angetan: „Es macht immer Sinn, eine Radarbox aufzustellen, egal wo in Klosterneuburg. Das hat durchaus monetäre Hintergrunde.“

Ob und wann der Plan in Realität umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Denn die B14 fällt unter Landesverwaltung. „Ich bleibe aber dran“, verspricht der Gemeinderat.

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