Erstellt am 09. Mai 2016, 13:25

von Ewald Baringer

Mit Hochdruck ohne Abgesang. Karlheinz Essl bei Eröffnung der „Sammlung eSeL“: „Es ist nicht aller Tage Abend.“

Die Sammlung eSeL als Kehraus im Essl Museum: Lorenz Seidler präsentiert ein kurioses Panoptikum aus dem heimischen Kunstgeschehen der letzten Jahre.  |  NOEN, Marian Essl
Mit sehr emotionalen und persönlichen Worten hat Karlheinz Essl die letzte Schau vor der endgültigen Schließung des Ausstellungsbetriebs eröffnet.

Er wolle keinen Abgesang halten, meinte der Begründer der Sammlung Essl und Direktor des Essl Museums, das nach 17 Jahren per 1. Juli die Pforten schließt, und fügte an: „Es ist ja nicht aller Tage Abend.“

Essl äußerte sich sorgenvoll und ungewohnt deutlich zur aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung, deren Tendenz zur Entsolidarisierung und Verunsicherung den Nährboden für politische „Rattenfänger“ aufbereite.

Er hoffe und sei überzeugt, dass die von ihm, seiner Frau und dem gesamten Team in den vergangenen 17 Jahren für die zeitgenössische Kunst geleistete Arbeit nicht umsonst gewesen sei, sondern Samen gelegt wurden, die auch in Zukunft weiterhin „wurzeln und blühen“ werden.

Die „Sammlung eSeL“ versteht sich durchaus nicht als bloße parodistische Abschiedspräsentation und dokumentarisches Kuriositätenkabinett, sondern als collagehaftes interaktives Labor und somit auch Alternative zum herkömmlichen Ausstellungsbetrieb.

So können Interessierte via Facebook, Twitter und Instagramm diverse Inputs einbringen, die von Lorenz Seidler alias eSeL laufend in die Ausstellung eingearbeitet werden. Dazu gibt es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Wie überhaupt bis zum Finale (Open Days von 24. bis 30. Juni) mit Hochdruck weitergemacht wird. Ein Gedächtnisraum wurde für den kürzlich verstorbenen Künstler Gunter Damisch eingerichtet.

Am Mittwoch, 11. Mai findet um 19.30 Uhr ein Konzert mit Dorit Chrysler (Theremin, Stimme, Elektronik) statt, am 18. Mai um 19 Uhr eine weitere Folge der literarischen „Kafka-Lektüren“ (diesmal mit Franz Schuh).

Infos unter 02243/37050-150 und  www.essl.museum