Waidhofen an der Thaya , Klosterneuburg

Erstellt am 20. März 2017, 13:43

von Jutta Hahslinger

Prozess: OPPT-Trio erweist sich als „Jammerlieschen“. Als selbsternannte Richter wollten OPPT-Mitglieder einer Waldviertler Anwältin Prozess machen: Nun spricht das echte Gericht.

Tagelang zierten Transparente mit obskuren Aufschriften den Gartenzaun neben jenem Hof in Hollenbach im Bezirk Waidhofen, wo die illegale „Verhandlung“ gegen die Waldviertler Rechtsanwältin stattfinden sollte.  |  NÖN

Turbulente Szenen spielten sich im Sommer 2014 in Hollenbach bei Waidhofen an der Thaya ab: Ein Großeinsatz der Polizei löste einen selbst ernannten Gerichtshof, bestehend aus Mitgliedern der Gruppierung „One People’s Public Trust (kurz „OPPT“) auf, und nahm zahlreiche renitente Mitglieder fest.

Im Visier der selbst ernannten Richter stand eine Waldviertler Rechtsanwältin, die als Sachwalterin ein psychisch krankes Mitglied der Gruppierung betreute. Als sich die Kranke schlecht behandelt fühlte, traten die OPPT-Sheriffs in Aktion: Sie verhängten über die Sachwalterin einen Haftbefehl, wollten sie entführen und ihr selbst den Prozess machen, da sie ja jegliche staatliche Einrichtungen und die österreichische Rechtsordnung ablehnen.

Amtsanmaßung und Nötigung befand die „echte“ Anklagebehörde: Von den acht angeklagten OPPT-Mitgliedern kamen nur drei zum Prozess nach Krems.

Klosterneuburger unter den Beschuldigten

Die drei Beschuldigten, ein Wiener Zahnarzt (58), ein Feuerwehrmann (53) aus Leoben in der Steiermark und ein ehemaliger Krankenpfleger (29) aus Klosterneuburg, geben sich vor dem echten Gericht kleinlaut, jammernd und unwissend. Keiner will heute mehr wissen, wie er zum „Hilfssheriff“ der Gruppe geworden ist, lediglich der Steirer räumt ein, Haftbefehle (unter anderem einen für Erwin Pröll) ausgestellt zu haben.

Verteidigerin Eva Schmid-Strutzenberger beantragt für den Klosterneuburger die Einholung eines medizinischen Gutachtens.  |  NOEN, NÖN

Der Arzt will der kranken Dame nur geholfen haben, ebenso der Ex-Krankenpfleger. Der Klosterneuburger beteuert, er sei einer Gehirnwäsche unterzogen worden und habe erst nach einer Therapie die Tragweite des Ganzen erkannt. Seine Verteidigerin Eva Schmid-Strutzenberger beantragt die Einholung eines medizinischen Gutachtens. Der Prozess wird vertagt und geht erst im April weiter.

Die Staatsanwältin beantragt die Festnahme jener fünf Beschuldigten, die dem Prozess unentschuldigt ferngeblieben sind.