Erstellt am 15. September 2015, 16:32

von Doris Firmkranz

Nach Schiffstragödie: „Regeln für alle!“. Obduktion ergab: Matrosen sind erstickt. Vida fordert modernere Sicherheitsvorschriften für Binnenschifffahrt.

 |  NOEN, Freiwillige Feuerwehr der Stadt Stockerau
Der Tod dreier Matrosen eines Schubverbandes gibt nach wie vor Rätsel auf. Bei der Obduktion der Bulgaren im Alter zwischen 41 und 44 Jahren wurde die Erstickungsversion bestätigt, das „Warum?“ bleibt jedoch im Dunkeln.

Toxikologische Untersuchungen sollen nun klären, welche Substanz zum Tod geführt hat. Ergebnisse werden allerdings erst in Tagen, wenn nicht Wochen vorliegen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Laut Polizei hatte das Schiff zum Unfallzeitpunkt keine Fracht an Bord. Es sei aber möglich, dass Gärgase, die sich durch die letzte Ladung Mais entwickelten, zum Tod der Schiffsbesatzung geführt haben. Aus gegebenem Anlass fordert nun die Gewerkschaft Vida modernere Sicherheitsvorschriften. Die Gewerkschafter, darunter auch Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luft- und Schiffverkehr, fordern die Einhaltung der Sicherheitsstandards und mehr Kontrollen.

„Hohlraum wäre für die Matrosen tabu gewesen“

„Jeder erfahrene Matrose weiß, dass er in diesen Räumen nichts zu suchen hat. Sollte es einen Auftrag dafür gegeben haben, dann hätte sichergestellt werden müssen, dass genügend Sauerstoff vorhanden ist“, stellte Kapitän und DDSG-Betriebsratsvorsitzender Norbert Fuchs in einer Aussendung fest.
Es sei auch noch zu klären, ob im konkreten Fall Warnhinweise vorhanden waren. „Was bei uns Vorschrift ist, gilt noch lange nicht für Schiffe unter ausländischen Flaggen. Auch hier sind EU-weite Regeln für alle dringend notwendig“, sagt Fuchs.

Die Sicherheit der Beschäftigten müsse an erster Stelle stehen, so Schwarcz: „Wir brauchen daher endlich auch in der Binnenschifffahrt einen einheitlichen europäischen Verkehrsraum.“ Es sei höchste Zeit für rechtliche Grundlagen, sowohl bei den technischen als auch den sozialen Vorschriften.