Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:33

von Christoph Hornstein

Neue Station ohne Halt?. Nach nicht einmal sechs Monaten Renovierungszeit zeigt sich der Bahnhof Klosterneuburg-Kierling in neuem Glanz. Durch Resolution sollen wieder alle Züge halten.

Klosterneuburg-Kierling - Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Verkehrslandesrat Karl Wilfing und Franz Bauer, Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur, haben den erneuerten Bahnhof heute offiziell eröffnet (v.l.n.r).  |  NOEN, ÖBB/Zenger

In weniger als sechs Monaten Bauzeit haben die ÖBB den Bahnhof Klosterneuburg-Kierling durchgehend barrierefrei gestaltet und modernisiert. Gleichzeitig wurde dem Bahnhof auch sein historisches und denkmalgeschütztes Äußeres wieder zurückgegeben. Am vergangenen Montag haben Franz Bauer, Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur, und Verkehrslandesrat Karl Wilfing den erneuerten Bahnhof gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager offiziell eröffnet.

Umfangreiche Maßnahmen haben in den letzten Monaten für eine neue Qualität am Bahnhof Klosterneuburg gesorgt. Dabei wurde einerseits die historische Fassade unter Auflagen und Mitwirkung des Bundesdenkmalamtes bei gleichzeitigem Fenstertausch restauriert und andererseits der gesamte Bahnhofsbereich modernisiert. Es wurde ein barrierefreier Zugang zum Bahnsteig sowie ein Blindenleitsystem errichtet, die Bahnsteige 1 + 2 am Bahnhof Kierling wurden angehoben, um ein niveaugleiches Ein- und Aussteigen in die Züge zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden eine barrierefreie WC-Anlage geschaffen, die Wartebereiche saniert und neues Bahnsteigmobiliar angeschafft. Mit der Vermietung der leer stehenden Diensträume an die Volkshilfe werden die Räumlichkeiten am Bahnhof einer neuen, sinnvollen Nutzung zugeführt.

Böse Überraschung für Pendler

Aber wozu ein renovierter Bahnhof, wenn keine Züge mehr halten? Der mit 13. Dezember in Kraft tretende Winterfahrplan der ÖBB wartet für Pendler aus Klosterneuburg mit einer bösen Überraschung auf. Die Regionalzüge und Regionalexpresse der ÖBB sollen künftig nicht mehr in Klosterneuburg-Kierling halten.

Dagegen protestiert vor allem die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg). Die PUK sammelte 760 Unterschriften gegen weniger Zughalte sowie für Viertelstunden-ÖBB-Takt und formulierte dies in einer Resolution an das Land Niederösterreich, die bei der letzten Gemeinderatssitzung von allen Parteien unterschrieben wurde.

„Ein attraktiver S-Bahn-Takt fördert den Umstieg auf die Schiene. Das bedeutet weniger Autos auf den Straßen.“ PUK-Stadtrat Johannes Kehrer

„Das freut mich, denn eine solche Verbesserung kommt allen Klosterneuburgern zugute, Öffi-Nutzern wie auch Autofahrern. Ein attraktiver S-Bahn-Takt fördert den Umstieg auf die Schiene – das bedeutet weniger Autos auf den Straßen,“ so PUK-Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer. Bei stets steigenden Fahrgastzahlen sei dies eine äußerst bedenkliche Entscheidung des Verkehrsverbunds Ost Region (VOR), denn der Umstieg auf die Schiene zur Entlastung der Straße ist sowohl in NÖ als auch in Wien offizielle Landesstrategie. „Ich habe dem VOR nun das Endergebnis von 760 Unterschriften, viele von direkt Betroffenen, vorgelegt. Die Bedürfnisse so vieler ÖBB-Kunden kann man nicht ignorieren,“ so Kehrer abschließend.