Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:37

von Christoph Hornstein

Neuer Bau-Schmäh: Grundstück teilen. Bauträger kaufen Gründe in Randlagen und holen durch Teilung oder Zusammenführung jeden Quadratmeter heraus.

Der Grüne Fraktionschef Sepp Wimmer will gegen die Grundabteilungen vorgehen.  |  NOEN

Derzeit hagelt es Bürgerproteste gegen Zusammenlegung von Einzelgrundstücken und geplante Wohnsiedlungen in exponierter Grünlandlage am Rand von Klosterneuburg, aktuell derzeit im Grüntal, Kierling.

Erst vor wenigen Monaten kam es in der Waldgasse in Gugging wegen der Zusammenlegung von Einzelgrundstücken in einer exponierten Grünruhelage zu einem einzigen großen Baugrundstück und der dort geplanten Errichtung von mehreren Wohneinheiten zum Aufstand der dort seit Jahren lebenden Bürger. Vor einigen Wochen wiederholte sich der Bürgerprotest in Weidling. Im beschaulichen Gschwendt wurden wieder Grundstücke zu einer Großbaustelle zusammengelegt, bis zu 14 Häuser sollen dort möglich sein. Und nun gibt es in Kierling im naturbelassenen Grüntal den nächsten Fall.

Grüner Antrag auf Bausperre

Ein Bauträger kauft mehrere Bauland-Agrar-Grundstücke zusammen und will zwölf Wohneinheiten errichten. Bei weiteren Grundstücken im Grüntal ist Ähnliches zu erwarten. Was alle diese Fälle gemeinsam haben: Es betrifft Randlagen zum Grüngürtel, es sind Hanglagen und verkehrsmäßig für diesen Wohnausbau nicht aufgeschlossen.

„Dieser Verkehrsausbau wird für die Stadt noch teuer werden“, vermutet der Grüne Stadtrat Sepp Wimmer. „Wir Grünen werden bei der kommenden Gemeinderatsitzung im November einen Antrag auf Bausperre einbringen, damit zukünftig diese Unsitte der Zersiedelung durch Grundstückszusammenlegungen, insbesondere in Randlagen, verhindert werden kann. Wir appellieren an die Stadtregierung von ÖVP/SPÖ, dies zu unterstützen und die Klosterneuburger Bevölkerung nicht länger schutzlos dieser intensiven Verbauung auszusetzen.“

Schmuckenschlager und Wimmer einig

Muss Wimmer nicht, denn im Grunde ist Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager seiner Ansicht: „Im Rathaus sind wir bestrebt, dieser Tendenz mit allen Mitteln entgegenzuwirken.“ Niemand wolle eine Ausreizung der Infrastruktur, aber sofern es gesetzlichen Grundlage gäbe, müsse man auch Rückschläge akzeptieren.

Insgesamt glaubt Schmuckenschlager aber, dass die Stadtregierung die Situation mit Grundabteilungen in den Griff bekommen wird. „Leider tauchen immer wieder neue Auswüchse auf, auf die man meist nur reagieren kann.“