Klosterneuburg

Erstellt am 03. April 2017, 10:47

von Christoph Hornstein

Klosterneuburg: Kampf den Wohnsilos. Neue Raumordnungs-Novelle bringt weiteren Schutz für sensible Ortsstrukturen Stadtrat Kaufmann: „Vorschlag aus Klosterneuburg wurde zu 100 Prozent umgesetzt.“

Der teure Baugrund in Klosterneuburg zwingt, jeden Quadratmeter auszunützen. Dem soll jetzt mittels einer Raumordnungs-Novelle ein Riegel vorgeschoben werden.  |  Hornstein

Jeden Quadratmeter Bauplatz ausnützen und so viel Wohnung wie nur möglich bauen. Das ist die Devise im modernen Wohnbau, vor allem dann, wenn der Grund und Boden teuer ist. Denn dann herrscht das Diktat der wirtschaftlichen Rentabilität, also um den schnöden Mammon. Klosterneuburg geht da mit schlechtem Beispiel voran.

Proteste stehen auf der Tagesordnung

Proteste der Bevölkerung gegen diesen großvolumigen Wohnbau sind daher in der Babenbergerstadt an der Tagesordnung. „Dagegen können wir nichts tun“, hörte man die Politik sagen, aber das soll jetzt anders werden. Denn hatte man bislang außerhalb der sogenannten Kernzone die Handhabe, die Wohneinheiten im zu limitieren, galt das für das Zentrum nicht. Eine Raumordnungsnovelle macht das jetzt aber auch in der Kernzone möglich. Freilich, für einige Bauvorhaben kommt das zu spät.

Nach nur vier Monaten im Amt als neuer Abgeordneter im NÖ Landtag kann Christoph Kaufmann seinen ersten großen Erfolg feiern. Mit der beschlossenen Novelle des NÖ Raumordnungsgesetzes wurden auch die Wünsche seitens der Klosterneuburger Stadtplanung eins zu eins umgesetzt.

Mittels Verordnungsermächtigung wird es den Gemeinden nun ermöglicht, auch in der Widmungskategorie Bauland-Kerngebiet eine maximale Anzahl der Wohneinheiten festzulegen. „Mit diesem zusätzlichen Werkzeug können wir auch im Stadtzentrum noch besser planen, wo großvolumiger Wohnbau entstehen soll und wo nicht“, so Kaufmann, der auch als Stadtrat den Planungsausschuss in Klosterneuburg leitet.

Verankert im „Örtlichen Entwicklungskonzept“

Schon bisher war es in Wohngebieten möglich, die Anzahl der Wohneinheiten auf maximal drei zu beschränken. Im Stadtgebiet, der sogenannten Kernzone, gab es diese Einschränkung nicht. Dies führte in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten mit der Bevölkerung, die in einer kleinteiligen Siedlungsstruktur keine großvolumigen Wohnbauten als Nachbarn haben wollten.

Kaufmann hat sich im Landtag dafür eingesetzt, dass zum Schutz des strukturellen Charakters nun auch im Zentrum die maximale Anzahl der Wohneinheiten auf sechs, zwölf oder zwanzig Einheiten pro Grundstück begrenzt werden kann. „Es ist ein mächtiges Werkzeug, dass wir sehr behutsam und mit Bedacht anwenden sollten. Wir werden aber umgehend damit starten, die Kerngebiete Klosterneuburgs dahingehend zu überprüfen, wo eine Beschränkung der Wohneinheiten Sinn macht“, so Kaufmann.

Als Entscheidungsgrundlage für eine solche Beschränkung soll der tatsächliche Umgebungsbestand bewertet werden. Aber auch die Ergebnisse aus dem neuen Örtlichen Entwicklungskonzept (ÖEK) werden in weiterer Folge darüber entscheiden, wo noch großvolumige Wohnbauten in Klosterneuburg entstehen können. Die Vorbereitungen für das ÖEK laufen bereits, nächstes Jahr soll dann gemeinsam mit der Bevölkerung die „Vision 2030“ für die weitere Entwicklung Klosterneuburgs erarbeitet werden.