Erstellt am 20. April 2016, 05:54

von Christoph Hornstein

OBI zieht Anzeige zurück. Klosterneuburger Unternehmer soll vorsätzlich zwei Schrauben im Gegenwert von 50 Cent gestohlen haben: Anzeige. Jetzt entschuldigt sich OBI-Vertriebsleiter.

 |  NOEN, NÖN

Ohne Einkaufswagen im OBI-Baumarkt unterwegs, brauchte er plötzlich beide Hände. So steckte ein Klosterneuburger Unternehmer die Dinge, die er in der Hand hielt, ein. Auch zwei Schrauben, die er vorher aus dem Regal genommen hatte. Beim Bezahlen vergaß er dann auf die Schrauben im Gegenwert von etwa 50 Cent. Nicht aber OBI.

Der Unternehmer wurde von den Hausdetektiven zur Rede und vor die Wahl gestellt, ein „Bußgeld“ von 50 Euro zu bezahlen, oder die Polizei werde geholt. Nachdem er beschimpft worden sein soll, entschied er sich für die Polizei. Hausverbot. Anzeige. Staatsanwaltschaft. Am Donnerstagvormittag, 14. April meldete sich der OBI- Vertriebsleiter für Wien und Niederösterreich telefonisch beim Kunden und bat um Entschuldigung.

„Ich war von dem Anruf völlig überrascht“, so der 51-jährige Unternehmer, der seinen Namen nicht genannt haben will. Man hätte ihn gebeten, die Sache noch einmal aus seiner Sicht zu erzählen. Was er auch tat.

"Nettes, amikales Gespräch"

Der OBI-Vertriebsleiter soll danach sein Bedauern über diesen Vorfall geäußert und sich im Namen seiner Firma entschuldigt haben. „Er hat gesagt, er sei nach meiner Schilderung davon überzeugt, dass ich nicht die Absicht gehabt habe, die zwei Schrauben zu stehlen, und dass er sich vorstellen könnte, dass ihm selbst Ähnliches passieren hätte können“, schildert der Klosterneuburger. Die Anzeige sei zurückgezogen und auch das Hausverbot aufgehoben. „Es war ein sehr nettes, amikales Gespräch, und ich will mich nun auch für diese Behandlung bedanken“, zeigt sich der Unternehmer versöhnlich.

Die NÖN wollte natürlich auch mit dem OBI-Vertriebsleiter sprechen, musste aber hinnehmen, dass es seitens des OBI-Konzerns nur eine Aussage von der Pressestelle in Deutschland gäbe. Diese war aber bis zum Redaktionsschluss für die NÖN nicht erreichbar. Der OBI-Vertriebsleiter bestätigte aber gegenüber der NÖN das Gespräch mit dem Unternehmer.

Kein Zurückziehen der Anzeige möglich?

Über den aktuellen Stand in dieser Angelegenheit konnte auch die Staatsanwaltschaft Korneuburg noch nichts sagen. „Das ist noch zu kurzfristig. Diebstahl ist aber ein Offizialdelikt. Die Anzeige kann daher nicht zurückgenommen werden“, klärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Friedrich Köhl, mit. Die Tat könnte auch als sogenannte „Entwendung“ – also ohne Vorsatz – klassifiziert werden. Dazu bräuchte man aber die Ermächtigung des Geschädigten. Auf alle Fälle muss die Staatsanwaltschaft sich mit dem Fall beschäftigen und entscheiden.

Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass der Fall wegen sogenannter Geringfügigkeit in die Ablage kommt.

nön.at berichtete: